Ziel der Einheit
Die Teilnehmenden entdecken, dass Gottes Wille nicht gegen sie, sondern für ihr Leben ist. Sie lernen, zwischen eigenen Wunschvorstellungen und Gottes gutem Willen zu unterscheiden und erste Schritte des Vertrauens und der Hingabe zu gehen.
Vorbereitung für Leiter:innen
Lies Matthäus 6,10 und Matthäus 26,36–46 (Gethsemane). Denke an Situationen in deinem Leben, in denen „Dein Wille geschehe“ ein schmerzlicher, aber heilsamer Satz war. Sei bereit, ggf. ein persönliches Beispiel zu teilen (ohne Details preiszugeben, die zu privat sind).
Homiletische Kurzbeschreibung
Gottes Wille ist Ausdruck seiner Liebe und Weisheit. In dieser Bitte ringt unser eigener Wille mit Gottes Willen. Christlicher Glaube bleibt ehrlich vor Gott, lernt aber zu vertrauen: Gottes Wege führen letztlich zum Leben.
Einstieg
- Wann hattest du zuletzt das Gefühl: „Ich weiß gerade nicht, was richtig ist“?
- Welche Erfahrungen verbindest du mit dem Satz „Gottes Wille geschehe“ – tröstlich oder eher schwer?
- In welchen Bereichen deines Lebens fällt es dir am schwersten, Kontrolle loszulassen?
Bibeltext
Matthäus 6,10 und Matthäus 26,39–42.
Kurzimpuls
„Dein Wille geschehe“ ist kein fatalistisches Aufgeben, sondern ein vertrauendes Loslassen. Wir glauben, dass Gott besser weiß, was wir brauchen, als wir selbst.
Impuls-Andacht
Viele verbinden mit Gottes Willen vor allem Verzicht und Einschränkung. Die Bibel zeichnet ein anderes Bild: Gottes Wille ist gut, wohlgefällig und vollkommen. Er will Leben, nicht Untergang. Trotzdem bleibt das Ringen: In Gethsemane betet Jesus ehrlich: „Nicht wie ich will, sondern wie du willst.“ Er verschweigt seine Angst nicht und versteckt sich nicht. Gerade in dieser Offenheit zeigt sich Vertrauen. Wenn wir im Vaterunser „Dein Wille geschehe“ beten, geben wir Gott nicht nur theoretisch recht, sondern öffnen konkrete Lebensbereiche für sein Reden. Wir dürfen mit unseren Wünschen zu ihm kommen – und gleichzeitig loslassen, wo er einen anderen Weg führt. Das ist oft ein Prozess, aber er führt in eine tiefere Freiheit.
Gesprächsfragen
Wahrnehmen:
- Welche Vorstellungen von „Gottes Willen“ sind in deinem Kopf gewachsen – auch aus deiner Biografie?
- Wo hast du erlebt, dass Gottes Weg anders war als dein Plan?
Verstehen:
- Was unterscheidet kindliches Vertrauen von blindem Fatalismus?
- Wie hilft uns der Blick auf Jesus in Gethsemane beim Verständnis dieser Bitte?
Übertragen:
- In welchem Lebensbereich möchtest du Gott heute ehrlich sagen, was du willst – und zugleich seinen Willen suchen?
- Welchen kleinen Schritt des Vertrauens könntest du in dieser Woche konkret gehen?
Neutestamentlicher Spiegel
Römer 12,2: Gottes guter, wohlgefälliger und vollkommener Wille.
Alttestamentlicher Hintergrund
Psalm 40,9: „Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz habe ich in meinem Herzen.“
Gebetszeit
Gebt Zeit für stille persönliche Gebete: Jede und jeder darf Gott einen Bereich nennen, in dem er seinen Willen schwer annehmen kann. Dann betet füreinander in kurzen, schlichten Sätzen um Vertrauen und Führung.
Wochenimpuls
Schreibe zu Hause einen Satz auf: „Herr, in diesem Bereich soll dein Wille geschehen: …“ Lege ihn an einen Ort, den du täglich siehst, und bete in dieser Woche bewusst dafür.
Liedvorschläge
- Herr, ich komme zu dir – Groß ist unser Gott Nr. 103
- Sei stark, erschrick nicht – Glorify Nr. 176
- Nimm dir Zeit, auf mich zu warten – Glorify Nr. 291
- Gnade und Wahrheit – Feiert Jesus! Best of Nr. 271