Ziel der Einheit
Die Teilnehmenden verstehen, dass Gottesdienst nicht nur im Gottesdienstraum stattfindet, sondern das ganze Leben umfasst. Sie entdecken ihre Gaben neu und werden ermutigt, sie im Leib Christi einzubringen – nicht aus Druck, sondern als Antwort auf Gottes Erbarmen.
Vorbereitung für Leiter:innen
Mit Römer 12 beginnt der praktische Teil des Briefes. Das „Darum“ in Vers 1 knüpft an Gottes Erbarmen in den Kapiteln 1–11 an. Gott hat gerechtfertigt, befreit, erwählt – nun folgt die Antwort: unser Leben als lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer. „Vernünftiger Gottesdienst“ (logikē latreia) meint einen Gottesdienst, der dem Evangelium entspricht und nicht in Ritualen stecken bleibt.
Vers 2 betont die Erneuerung des Denkens – nicht Anpassung an die Welt, sondern Verwandlung durch Gottes Geist. Die Verse 3–8 entfalten das Bild vom Leib mit verschiedenen Gliedern. Niemand soll höher von sich denken, als er denken soll. Die Gaben (z.B. prophetisches Reden, Dienen, Lehren, Trösten, Geben, Leiten) sind Ausdruck der einen Gnade.
Seelsorgerlich: Manche fühlen sich überfordert („Ich muss alles können“), andere unterschätzen sich. Hilf, Gaben wertschätzend und realistisch zu entdecken. Es geht nicht um geistlichen Wettbewerb, sondern um Ergänzung im Leib.
Homiletische Kurzbeschreibung
Gottesdienst ist Antwort auf Gottes Erbarmen: ein hingegebenes Leben, das sich von Gott erneuern lässt. Jede und jeder hat im Leib Christi einen Platz und eine Gabe. Christen werden nicht zu Einzelkämpfern berufen, sondern zur ergänzenden Vielfalt.
Einstieg
Einstiegsfragen:
- Welche Fähigkeiten oder Eigenschaften sind notwendig, um einen Mannschaftssport gut zu spielen?
- Welche Einflüsse haben Dein Leben maßgeblich geprägt?
- Welche Eigenschaft an anderen Menschen schätzt du am meisten und warum?
- Wenn du „Gottesdienst“ hörst – woran denkst du zuerst?
- Wo hast du schon einmal erlebt, dass dein Alltag zu einem echten Gottesdienstmoment wurde?
Bibeltext
Lest Römer 12,1–8. Markiert alles, was etwas über unsere Haltung (Körper, Denken, Demut) sagt, und alles, was etwas über Gaben und Aufgaben im Leib Christi sagt.
Kurzimpuls
Paulus zeigt: Der eigentliche Gottesdienst beginnt nach dem Segen. Weil Gott uns sein Erbarmen geschenkt hat, dürfen wir uns ihm zur Verfügung stellen – mit unserem ganzen Leben. Unser Denken wird erneuert, unsere Gaben werden entdeckt. Niemand muss alles sein; jeder ist Teil eines Leibes. So wird Gemeinde lebendig und vielfältig.
Impuls-Andacht
Paulus bittet „durch die Barmherzigkeit Gottes“. Er startet nicht mit Druck, sondern mit Erinnerung: Gott ist dir zuvor gekommen. Aus dieser Barmherzigkeit wächst eine neue Lebenshaltung. Unser Körper – also unser konkretes, alltägliches Leben – wird zum Opfer, das Gott gefällt. Das klingt nach Verlust, meint aber ein Leben in seiner Bestimmung. Gleichzeitig schützt Paulus vor Überforderung und Stolz: Du bist ein Teil des Leibes, nicht der ganze Körper. Deine Gabe ist wichtig, aber nicht die einzige. Vielleicht ist diese Einheit eine Einladung, neu zu fragen: Wo bin ich hingegeben? Wo darf ich meine Gaben einbringen – und wo darf ich auch loslassen?
Gesprächsfragen
Wahrnehmen:
- Welche Begriffe für Gottesdienst und Opfer findest du in den Versen 1–2?
- Welche Gaben werden genannt – und welche erkennst du in deiner Gemeinde wieder?
Verstehen:
- Was unterscheidet „vernünftigen Gottesdienst“ von einem rein rituellen Verständnis?
- Wie hilft das Bild vom Leib, Gaben wertzuschätzen, ohne in Vergleich und Konkurrenz zu geraten?
Übertragen:
- Wo erlebst du deinen Alltag als Gottesdienst – und wo fällt dir das schwer?
- Welche Gabe könntest du in der nächsten Zeit bewusst (wieder) einbringen? Was wäre ein konkreter Schritt?
Neutestamentlicher Spiegel
1. Korinther 12,4–11: Paulus beschreibt vielfältige Gaben, aber einen Geist. Wie in Römer 12 geht es um Ergänzung und gemeinsame Ausrichtung auf Christus.
Alttestamentlicher Hintergrund
Psalm 51,18–19: „Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.“ Schon im Alten Testament geht es Gott um das Herz, nicht um äußere Rituale.
Gebetszeit
Dank für Gottes Erbarmen und für Gaben in der Gruppe. Möglichkeit, dass jede:r in einem kurzen Satz vor Gott benennt, wo er/sie das eigene Leben neu als Gottesdienst sehen möchte. Fürbitte, dass Gott Gaben weckt und schützt vor Überforderung.
Wochenimpuls
Überlege dir eine konkrete alltägliche Situation (Arbeit, Familie, Nachbarn), in der du in dieser Woche bewusst sagen möchtest: „Das ist mein Gottesdienst für heute.“ Bitte Gott darum, dir dort seine Perspektive zu schenken.
Liedvorschläge
- Feiert Jesus! Best of 168 – Mein ganzes Leben
- Feiert Jesus! Gold 26 – Leben aus der Quelle, Leben nur aus dir
- Glorify 78 – Ein tägliches Gebet
- Groß ist unser Gott 9 – Ein Leben, gegeben