Ziel der Einheit
Die Teilnehmenden verstehen, dass Christus das Ziel und Ende des Gesetzes ist – und dass Gerechtigkeit aus Glauben einfacher und näher ist, als wir oft denken. Sie werden ermutigt, die befreiende Nähe des Wortes Gottes zu entdecken und ihren Glauben auch zu bekennen.
Vorbereitung für Leiter:innen
Paulus zeichnet in 9,30–10,13 einen Kontrast: Die Heiden, die das Gesetz nicht hatten, ergreifen durch Glauben die Gerechtigkeit; Israel, das das Gesetz hatte, versucht Gerechtigkeit durch Werke und verfehlt das Ziel. „Christus ist des Gesetzes Ende“ (telos nomou) kann Ziel, Vollendung und Abschluss bedeuten: In Christus erreicht das Gesetz seine Bestimmung.
Die „Gerechtigkeit aus Glauben“ wird mit einem Bild aus 5. Mose beschrieben: Das Wort ist nicht fern im Himmel oder jenseits des Meeres, sondern ganz nah – in Mund und Herz. Glaube zeigt sich im Herzen (vertrauen) und im Mund (bekennen). Wer den Namen des Herrn anruft, wird gerettet – eine radikal offene Einladung.
Seelsorgerlich wichtig: Manche kennen nur die „Gerechtigkeit aus Leistung“ – eine endlose Spirale von „nicht genug“. Dieser Text kann helfen, die Nähe und Einfachheit des Evangeliums zu betonen: Gott kommt uns in Christus entgegen, nicht wir klettern zu ihm hinauf. Hilf der Gruppe, „Glaube“ nicht abstrakt, sondern als konkrete Herzens- und Mundgeschichte zu verstehen.
Homiletische Kurzbeschreibung
Gerechtigkeit aus Glauben ist keine hohe religiöse Leiter, sondern eine geöffnete Tür: Christus hat erfüllt, was das Gesetz forderte. Das Wort Gottes ist nah – im Herzen und im Mund. Wer sich auf Jesus verlässt und seinen Namen anruft, wird gerettet.
Einstieg
Einstiegsfragen:
- Was ist deine Lieblingspizza-Beläge und warum ist sie für dich besonders?
- Wenn du einen Tag in der Geschichte der Bibel leben könntest, welcher würde das sein und warum?
- Wann hast du jemanden gekannt, der sich weigerte, Ratschläge oder Anweisungen anzunehmen?
- Wann hattest du das Gefühl: „Es ist einfach zu hoch für mich“ – in Glaubensdingen oder im Alltag?
- Gibt es für dich Sätze wie: „Wenn ich ein richtiger Christ wäre, dann müsste ich …“?
Kurze Austauschphase in Zweiergruppen.
Bibeltext
Lest Römer 9,30–33 und 10,1–13. Markiert, wie Paulus die „Gerechtigkeit aus dem Gesetz“ und die „Gerechtigkeit aus Glauben“ gegenüberstellt. Lest die Verse 9–10 ein zweites Mal langsam.
Kurzimpuls
Paulus macht deutlich: Das Problem ist nicht, dass Gottes Maßstab zu hoch wäre, sondern dass wir ihn falsch benutzen. Das Gesetz sollte auf Christus vorbereiten – nicht zur Selbstrettung dienen. Gerechtigkeit aus Glauben heißt: Christus hat erfüllt, wir dürfen vertrauen. Das Evangelium ist nah: in unserem Herzen und auf unseren Lippen. Rettung ist nichts, was wir uns erarbeiten, sondern was wir im Glauben annehmen und bekennen.
Impuls-Andacht
Viele erleben Glauben wie eine Leiter: immer höhere Stufen aus Geboten, Erwartungen, Frömmigkeitsleistungen. Römer 10 erzählt eine andere Geschichte. Das Wort Gottes ist nicht fern. Christus ist zu uns heruntergekommen. Er ist das Ziel des Gesetzes – bei ihm laufen alle Linien zusammen. Gerechtigkeit aus Glauben bedeutet: Ich höre auf zu klettern und lasse mir schenken, was ich mir nicht verdienen kann. Paulus sagt: Das Entscheidende geschieht im Herzen und im Mund. Im Herzen: Vertrauen auf Jesus. Im Mund: Bekenntnis seines Namens. Die Zusage ist groß: „Wer den Namen des Herrn anruft, wird gerettet.“ Das gilt auch dir – hier und heute.
Gesprächsfragen
Wahrnehmen:
- Welche Verben und Bilder benutzt Paulus für die Gerechtigkeit aus dem Gesetz und die aus Glauben?
- Welche Aussagen in 10,9–13 sprechen dich besonders an – und warum?
Verstehen:
- Was bedeutet es konkret, dass Christus des Gesetzes „Ende/Ziel“ ist?
- Wie hängen Herz (Glauben) und Mund (Bekennen) im Verständnis von Paulus zusammen?
Übertragen:
- Wo lebst du vielleicht noch aus einer ‚Treppe nach oben‘-Logik – statt aus der Nähe des Wortes Gottes?
- Gibt es einen Schritt des Bekenntnisses (z.B. ein Gespräch, ein Gebet), den du in dieser Woche gehen könntest?
Neutestamentlicher Spiegel
Johannes 14,6: Jesus als Weg, Wahrheit und Leben – niemand kommt zum Vater als durch ihn. Wie in Römer 10 ist Christus nicht ein zusätzlicher Baustein, sondern der Weg selbst.
Alttestamentlicher Hintergrund
5. Mose 30,11–14: „Das Wort ist sehr nahe bei dir, in deinem Mund und in deinem Herzen.“ Paulus greift diesen Text auf, um zu zeigen: Gottes Weg war immer ein Weg der Nähe – nicht der unerreichbaren Forderung.
Gebetszeit
Dank für die Nähe des Evangeliums und für Erfahrungen, in denen Gottes Wort Herz und Mund erreicht hat. Bitte um Befreiung von Leistungsdenken im Glauben. Fürbitte für Menschen, die meinen, sie seien „nicht gut genug“ für Gott.
Wochenimpuls
Formuliere dein persönliches Bekenntnis in ein bis zwei Sätzen: Wer ist Jesus für dich? Schreibe es auf und bete es in dieser Woche – und sei offen, es mit jemandem zu teilen.
Liedvorschläge
- Feiert Jesus! Best of 201 – Jesus, dein Licht
- Feiert Jesus! Gold 72 – Das glaube ich
- Glorify 66 – Wenn Gott für uns ist
- Groß ist unser Gott 26 – In Christus ist mein ganzer Halt