Ziel der Einheit
Die Teilnehmenden entdecken, wie weit Gottes Barmherzigkeit ist – und wie eng unser Herz manchmal bleibt. Sie werden herausgefordert, eigene Grenzen der Liebe zu benennen und Gott um Veränderung zu bitten.
Vorbereitung für Leiter:innen
- Lies das ganze Jonabuch in einem Zug (es sind nur vier Kapitel). Achte darauf, wie Jona reagiert, als Gott ihm nachläuft und als Gott den Menschen in Ninive vergibt.
- Notiere Kontraste: Gottes Barmherzigkeit – Jonas Zorn; Gottes Weite – Jonas Enge.
- Überlege als Leitung, ob es in deinem Umfeld Personengruppen gibt, mit denen du dich innerlich schwer tust. Das kann helfen, authentisch zu leiten, ohne Namen nennen zu müssen.
- Bete darum, dass der Abend ehrlich werden darf – auch dort, wo wir unsere „fromme Fassade“ durchbrechen und Gottes Weite neu lernen müssen.
Homiletische Kurzbeschreibung
Jona zeigt: Man kann Gottes Boten sein und dennoch mit seinem Herzen im Konflikt stehen. Gott gibt Jona nicht auf, sondern stellt ihm Fragen, läuft ihm nach und konfrontiert ihn liebevoll. Die Geschichte endet offen – als Einladung, dass wir selbst Antwort geben: Wollen wir Gottes Blick auf „die anderen“ teilen?
Einstieg
- Gab es schon einmal jemanden, den du bewusst aus dem Weg gegangen bist – und warum?
- Mit welchen Personengruppen tust du dich innerlich eher schwer (ohne Namen zu nennen)?
- Was hilft dir, Vorurteile oder innere Mauern abzubauen?
Bibeltext
Textstelle: Jona 1–4 (Auswahl) lesen
Kurzimpuls
Gottes Barmherzigkeit ist weiter als unser Herz – und er lädt uns ein, mitzuwachsen.
Impuls-Andacht
Jona kennt Gott gut. Gerade deshalb flieht er: Er ahnt, dass Gott barmherzig ist – auch gegenüber den Menschen in Ninive, die er lieber untergehen sähe. Im Bauch des Fisches betet Jona und wird gerettet. Doch als Gott tatsächlich Gnade übt, wird Jona zornig.
Gott begegnet ihm nicht mit Verurteilung, sondern mit Fragen: „Meinst du, dass du mit Recht zornig bist?“ Er stellt ihm die Staude zur Seite – ein kleines Gleichnis über Jonas begrenztes Mitgefühl. Während Jona um die Staude trauert, weint Gott gewissermaßen um eine ganze Stadt.
Vielleicht kennst du das auch: Menschen, mit denen du innerlich abgeschlossen hast. Gruppen, für die du keine Geduld mehr hast. Gottes Frage an Jona trifft auch uns: Willst du, dass ich gnädig bin – nur dir gegenüber oder auch den „anderen“? Gottes Weite ist unbequem, aber heilsam – auch für unser Herz.
Gesprächsfragen
Wahrnehmen:
- Welche Szenen oder Sätze aus Jona 1–4 beschäftigen dich besonders?
- Wo siehst du im Text Humor, Ironie oder Zuspitzung – und wozu dient das?
Verstehen:
- Was lernen wir aus Gottes Fragen an Jona über Gottes Herz?
- Warum endet das Buch offen – ohne zu sagen, wie Jona reagiert? Was soll das beim Lesen bewirken?
Übertragen:
- Wo merkst du, dass dein Herz für bestimmte Menschen oder Gruppen eng geworden ist?
- Wie könnte ein erster Schritt aussehen, um Gottes Weite praktisch einzuüben?
Neutestamentlicher Spiegel
Lukas 15: Die Gleichnisse vom verlorenen Schaf, der verlorenen Münze und dem verlorenen Sohn zeigen Gottes Freude über Umkehr. Der ältere Sohn ähnelt Jona: Er versteht Gottes Barmherzigkeit schwer. Jesus lädt ein, sich mit dem Vater zu freuen.
Alttestamentlicher Hintergrund
Ninive war Hauptstadt des assyrischen Weltreichs – politisch und militärisch ein Aggressor. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie herausfordernd Gottes Auftrag an Jona ist: Er sendet ihn zu „Feinden“, nicht zu frommen Freunden.
Gebetszeit
- Dank für Gottes Geduld mit uns, wenn unser Herz eng wird.
- Bitte um ein weiteres Herz für Menschen, die „schwierig“ sind.
- Für Versöhnung dort, wo Mauern und Vorurteile Beziehungen blockieren.
Wochenimpuls
Bitte Gott konkret um eine Person, für die du in dieser Woche bewusst beten sollst – vielleicht jemand, mit dem du dich sonst eher schwer tust. Notiere den Namen und bete täglich kurz für diesen Menschen.
Liedvorschläge
- Groß ist unser Gott 50 – „Gott hört dein Gebet (Wenn die Last der Welt)“
- Feiert Jesus! Best of 18 – „Wer ist ein Gott wie du (Du hast Erbarmen)“