Ziel der Einheit

Die Teilnehmenden erkennen, dass Berufung nicht mit eigener Stärke beginnt, sondern mit Gottes Gegenwart und seinem Namen: „Ich bin da“. Zweifel und Einwände gehören dazu und dürfen vor Gott ausgesprochen werden.

Vorbereitung für Leiter:innen
  • Lies 2. Mose 1–3, um den Hintergrund zu sehen: Unterdrückung in Ägypten, Rettung des Mose, sein Rückzug in die Wüste. Gottes Ruf kommt nicht an einem „Höhepunkt“, sondern in der Fremde.
  • Achte beim Lesen auf Gottes Initiative: Er sieht, hört und kennt das Elend seines Volkes (2. Mose 3,7). Die Berufung des Mose ist Antwort auf Gottes Mit-Leiden, nicht auf dessen Leistung.
  • Überlege als Leitung: Wo kennst du Einwände wie Mose („Wer bin ich?“, „Ich kann nicht reden“)? Welche Erfahrungen mit Gottes „Ich bin da“ hast du selbst? Notiere 1–2 kurze Beispiele.
  • Bedenke: Manche Teilnehmende verbinden „Berufung“ nur mit „vollzeitlich im Dienst“. Hilf, den Blick zu weiten: Berufung in Familie, Beruf, Nachbarschaft, Gemeinde.
Homiletische Kurzbeschreibung

Im brennenden Dornbusch offenbart Gott seinen Namen: „Ich bin, der ich bin“ – „Ich bin da“. Berufung beginnt damit, dass Gott sich zeigt, nicht damit, dass Mose sich qualifiziert. Zwischen Gottes Ruf und Moses Einwänden entfaltet sich ein Gespräch, in dem Gott jeden Einwand ernst nimmt und zugleich verspricht: „Ich will mit dir sein.“

Einstieg

  • Wann hast du das letzte Mal gedacht: „Das ist mir eigentlich zu groß“ – und bist trotzdem hineingegangen?
  • Gibt es eine Aufgabe, in der andere mehr in dir sehen als du selbst?
  • Wenn du an „Berufung“ denkst – welches Gefühl überwiegt: Neugier, Druck, Überforderung, Sehnsucht?

Bibeltext

Textstelle: 2. Mose 3,1–15 lesen.

Kurzimpuls

Berufung heißt: Gottes „Ich bin da“ wird größer als meine Einwände.

Impuls-Andacht

Mose hat sich eingerichtet: Hirte in der Wüste, fern von der Vergangenheit in Ägypten. Ausgerechnet dort unterbricht Gott seinen Alltag. Ein Dornbusch brennt, aber verbrennt nicht. Gottes heilige Gegenwart tritt mitten in eine unspektakuläre Situation.

Gott stellt sich vor: „Ich bin, der ich bin“ – wörtlich auch: „Ich werde sein, der ich sein werde.“ Kein fixes Etikett, sondern ein Versprechen: Ich bin der, der mitgeht. Mose reagiert mit Einwänden: Wer bin ich? Wer bist du? Was, wenn sie mir nicht glauben? Gott beantwortet nicht jede Frage, aber er wiederholt: „Ich will mit dir sein.“

Vielleicht kennst du deine Einwände nur zu gut. Du fühlst dich nicht stark genug, nicht redegewandt genug, nicht geistlich genug. Die Geschichte zeigt: Berufung beginnt nicht mit unserer Kompetenz, sondern mit Gottes Gegenwart. Er ruft nicht, weil wir groß sind, sondern weil er da ist – für andere durch uns.

Gesprächsfragen

Wahrnehmen:
  • Welche Details der Szene am Dornbusch fallen dir besonders auf?
  • Wie reagiert Mose auf Gottes Auftreten – welche Schritte siehst du im Text?
Verstehen:
  • Was sagt Gottes Name „Ich bin, der ich bin / Ich bin da“ über sein Wesen aus?
  • Wie gehen Gottes Mit-Leiden mit seinem Volk und die Berufung des Mose zusammen?
Übertragen:
  • Wo spürst du einen „Ruf“ Gottes in deinem Alltag – vielleicht leise, unspektakulär?
  • Welche deiner Einwände dürftest du Gott ehrlich hinlegen – so wie Mose es tut?

Neutestamentlicher Spiegel

Johannes 8,58: Jesus sagt: „Ehe Abraham wurde, bin ich.“ Er greift die Gottesrede vom Sinai auf und beansprucht, in einzigartiger Weise Gottes Gegenwart unter den Menschen zu sein. In ihm wird Gottes „Ich bin da“ konkret.

Alttestamentlicher Hintergrund

Kontext: Israel ist in Ägypten unterdrückt, die Kinder Israels schreien zu Gott (2. Mose 2,23–25). Gott „gedenkt“ seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob. Der Dornbusch steht in der Wüste, am Berg Horeb/Sinai – dem Ort, an dem Gott später dem Volk das Gesetz geben wird.

Gebetszeit

  • Dank für Situationen, in denen Gott sich als „Ich bin da“ erwiesen hat.
  • Bitte um Klarheit, wo jeder in seinem Umfeld als Gesandter Gottes leben kann.
  • Für Mut, Einwände vor Gott auszusprechen – und sich trotzdem senden zu lassen.

Wochenimpuls

Bitte Gott in dieser Woche konkret um eine Gelegenheit, in deinem Umfeld jemandem beizustehen. Halte die Augen offen – und nimm eine kleine Aufgabe bewusst als „Gesandtsein“ wahr.

Liedvorschläge

  • Feiert Jesus! Best of 6 – „Komm, erfülle mich (Geist des Vaters)“
  • Feiert Jesus! Best of 7 – „Komm, Geist Gottes“
  • Feiert Jesus! Gold 5 – „Näher zu dir (Man sagt, du wohnst auf hohen Bergen)“
  • Groß ist unser Gott 22 – „Ich will dich anbeten (Licht dieser Welt)“