Ziel der Einheit
Die Teilnehmenden entdecken, dass Gottes Ruf oft mit einem Aufbruch ins Ungewisse beginnt und lernen, eigene Wege des Vertrauens im Licht von Abrams Geschichte zu deuten.
Vorbereitung für Leiter:innen
- Lies 1. Mose 11,27–12,9 im Zusammenhang. Beachte: Abram ist kein religiöser Superheld, sondern ein Mensch mit Familie, Geschichte und Sicherheiten. Gottes Ruf durchbricht eine vertraute Lebensform.
- Achte beim Lesen auf die Verheißungsworte: Land, Segen, Name. Sie zeigen, dass Gott nicht zuerst fordert, sondern zusagt. Er ruft in eine Beziehung, nicht in ein Leistungsprogramm.
- Überlege als Leitung: Wo hast du selbst Gottes Ruf zu einem „Aufbruch“ erlebt? Welche Ängste und welche Freude waren damit verbunden? Entscheide vorher, was du davon in der Gruppe persönlich teilen möchtest.
- Bete darum, dass dieser Abend nicht nur über Vertrauen spricht, sondern Menschen hilft, eigene Schritte zu erkennen – auch ganz kleine.
Homiletische Kurzbeschreibung
Gott ruft Abram aus vertrauten Sicherheiten heraus und verbindet den Ruf mit einer großen Verheißung. Abram sieht das Ziel noch nicht, aber er geht. Glaube wird als Weg sichtbar, nicht als Gefühl: Vertrauen wächst unterwegs. In Abrams Geschichte wird deutlich, dass Gottes Segen nie beim Einzelnen stehenbleibt, sondern immer auf andere zielt: „Du sollst ein Segen sein.“
Einstieg
- Wann hast du zuletzt etwas Neues gewagt, obwohl nicht alle Fragen geklärt waren?
- Was würde dir heute am schwersten fallen loszulassen, wenn Gott dich in einen neuen Abschnitt rufen würde?
- Kennst du eine Person, deren Vertrauen zu Gott dich beeindruckt? Was berührt dich an dieser Person?
Bibeltext
Textstelle: 1. Mose 12,1–9 lesen.
Kurzimpuls
Glaube beginnt dort, wo Gottes Wort wichtiger wird als meine Sicherheiten.
Impuls-Andacht
Abram bekommt kein ausgearbeitetes Lebenskonzept, sondern nur ein Wort: „Geh aus deinem Vaterland … in ein Land, das ich dir zeigen will.“ Gott zeigt nicht zuerst die Landkarte, sondern sich selbst. Der Ruf ist offen – die Verheißung ist klar: „Ich will dich segnen … du sollst ein Segen sein.“
Glaube heißt hier nicht, alle Antworten zu kennen, sondern dem zu vertrauen, der ruft. Abrams Weg beginnt mit einem Schritt: raus aus dem Vertrauten, hinein in Gottes Zukunft. Er nimmt Unsicherheit in Kauf, weil er Gottes Zusage ernst nimmt.
Vielleicht kennst du das: eine innere Unruhe, ein Gedanke, der immer wiederkommt, ein Bibelwort, das dich trifft. Gottes Ruf ist selten laut, aber beharrlich. Abrams Geschichte lädt uns ein, kleine Schritte zu wagen – im Vertrauen darauf, dass Gott mitten im Aufbruch mitgeht und unseren Weg zum Segen für andere macht.
Gesprächsfragen
Wahrnehmen:
- Welche Worte oder Bilder aus 1. Mose 12,1–9 sprechen dich spontan an?
- Welche Spannungen zwischen Vertrautem und Neuem entdeckst du im Text?
Verstehen:
- Was sagt der Text über Gottes Art zu rufen und zu führen?
- Wie hängen Gottes Segen für Abram und der Segen für „alle Geschlechter auf Erden“ zusammen?
Übertragen:
- Wo erlebst du in deinem Leben eher „Bleiben“ als „Gehen“ – und warum?
- Wie könnte ein konkreter, kleiner Schritt des Vertrauens in dieser Woche für dich aussehen?
Neutestamentlicher Spiegel
Hebräer 11,8–10: Abraham geht los, ohne zu wissen, wohin er kommen wird. Das Neue Testament deutet sein Leben als Beispiel für Glauben, der auf Gottes unsichtbare Wirklichkeit vertraut und eine bleibende Stadt von Gott erwartet.
Alttestamentlicher Hintergrund
Kontext: 1. Mose 11 erzählt vom Turmbau zu Babel – Menschen wollen sich selbst „einen Namen machen“. In 1. Mose 12 wendet Gott die Geschichte: Er selbst macht Abrams Namen groß. Der Ruf trifft Abram in einer patriarchalen Großfamilie und fordert ihn heraus, Bindungen und Sicherheiten neu zu ordnen.
Gebetszeit
- Dank für Situationen, in denen Gott schon geführt und getragen hat.
- Bitte um Mut, Gottes Ruf wahrzunehmen und erste Schritte zu gehen.
- Für Menschen in der Gruppe, die vor Entscheidungen oder Aufbrüchen stehen.
Wochenimpuls
Nimm dir 10 Minuten Zeit und schreibe Gott einen kurzen Brief: Wo spürst du Aufbruch, wo Angst, wo Sehnsucht? Bitte ihn um einen konkreten nächsten Schritt – und erzähle beim nächsten Treffen, ob sich etwas bewegt hat.
Liedvorschläge
- Feiert Jesus! Best of 5 – „Bahnt einen Weg unserm Gott (Dein Reich komme)“
- Feiert Jesus! Gold 12 – „In dir leben wir“
- Groß ist unser Gott 7 – „Du bist meine Zuflucht und Stärke“
- Groß ist unser Gott 21 – „Wo ich auch stehe“