Ziel der Einheit

Die Teilnehmenden entdecken: Wahre Gewinn ist nicht mehr Besitz, sondern ein Herz, das Gott vertraut. Zufriedenheit, Großzügigkeit und Freiheit von der Macht des Geldes werden als Frucht des Evangeliums sichtbar.

Vorbereitung für Leiter:innen

Lies 1. Timotheus 6,6–12 und 17–19 langsam. Achte darauf, wie nüchtern Paulus über Reichtum spricht: weder verteufelnd noch naiv. Geld ist nicht das Problem, aber die Liebe dazu. Überlege, wie offen in eurer Gruppe über Geld, Konsum und Sicherheit gesprochen werden kann.

Sei dir bewusst: In einer Gruppe sitzen Menschen mit sehr unterschiedlicher finanzieller Situation. Vermeide pauschale Urteile. Betonst du Gottes Fürsorge und die Freiheit, die darin liegt, nicht von Besitz definiert zu werden. Bete darum, dass Scham und Vergleichsdruck keinen Raum bekommen.

Überlege eine einfache Übung zum Thema Dankbarkeit (z.B. jede:r nennt zum Abschluss drei Dinge, für die er oder sie materiell dankbar ist).

Homiletische Kurzbeschreibung

Geld verspricht Sicherheit – kann aber zur Fessel werden. Paulus lädt ein zu einer Freiheit, die aus der Zufriedenheit in Gott wächst. Wer weiß, dass Gott reichlich versorgt, kann großzügig teilen und „Schätze für die Zukunft“ sammeln.

Einstieg

Frage in die Runde (gern anonym per Handzeichen): „Wer von euch macht sich manchmal Sorgen ums Geld?“ – und „Wer hat schon erlebt, dass Gott überraschend versorgt?“ Lass ein, zwei kurze Geschichten erzählen.

  • Mit welchem Gefühl schaust du im Moment auf dein Konto bzw. auf deine finanzielle Situation?
  • Woran merkst du, dass Geld in deinem Leben zu viel Gewicht bekommt – oder vielleicht zu wenig?

Bibeltext

1. Timotheus 6,6–12 und 17–19 lesen.

Kurzimpuls

Paulus schreibt in eine Welt ohne Sozialversicherung – und trotzdem sagt er: „Gottesfurcht zusammen mit Genügsamkeit ist ein großer Gewinn.“ Nicht, weil Armut an sich geistlicher wäre, sondern weil Besitz niemals das Herz satt macht. Nackt sind wir in die Welt gekommen, nackt werden wir gehen.

Gefährlich wird es dort, wo die Liebe zum Geld unser Denken bestimmt. Dann wird Glauben zur Strategie, Gott für die eigenen Wünsche einzuspannen. Paulus ruft zu einer anderen Haltung: Wer im Blick auf Christus lebt, kann reich sein – und doch frei von der Macht des Reichtums. Großzügigkeit und Teilen werden zum Ausdruck dieser Freiheit.

Impuls-Andacht

Vielleicht spürst du den Druck: Rechnungen, steigende Preise, der Vergleich mit anderen. 1. Timotheus 6 ist keine fromme Vertröstung, sondern eine Einladung zur Freiheit. Du darfst Sorgen benennen – und zugleich deinen Wert nicht vom Kontostand ableiten. Christus hat dich unendlich teuer erkauft, lange bevor du den ersten Cent verdient hast. Aus dieser Sicherheit heraus kannst du lernen, dankbar zu leben und großzügig zu teilen. Frag ihn konkret: „Wo kann ich diese Woche ein Zeichen der Freiheit setzen – durch Großzügigkeit, durch Verzicht, durch Vertrauen?“

Gesprächsfragen

Wahrnehmen:
  • Welche Warnungen und welche Ermutigungen enthält der Text im Blick auf Geld und Besitz?
  • Welche Verben stehen bei den Reichen im Vordergrund (z.B. „Gutes tun“, „reich werden an guten Werken“)?
Verstehen:
  • Was ist nach Paulus das eigentliche Problem – Geld an sich oder die Liebe dazu?
  • Was meint er mit „Schätze sammeln für die Zukunft“? Wie passt das zum Evangelium?
Übertragen:
  • Wo merkst du, dass Geld oder Sicherheit deine Entscheidungen stärker prägen als Vertrauen auf Gott?
  • Wie könnte ein Schritt in mehr Großzügigkeit in deinem Alltag konkret aussehen?

Neutestamentlicher Spiegel

Matthäus 6,19–34 (Schätze im Himmel, Sorgen um das tägliche Leben) und 2. Korinther 9,6–11 (Freude am großzügigen Geben).

Alttestamentlicher Hintergrund

Sprüche 30,7–9 (Gebet um „weder Armut noch Reichtum“) und Psalm 23,1 („Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“).

Gebetszeit

Ladet zu einer Zeit der stillen Reflexion ein: Jede:r kann vor Gott benennen, wo Geld zu viel Macht hat oder wo Mangel Angst macht. Danach könnt ihr in kurzen Gebeten Gott für seine Versorgung danken und um Vertrauen bitten.

Wochenimpuls

Triff eine konkrete Entscheidung der Großzügigkeit (Spende, Unterstützung, Einladung). Gleichzeitig: Führe eine Woche lang ein kleines Dankbarkeitstagebuch für Gottes Versorgung im Alltag.

Liedvorschläge

  • Feiert Jesus! Best of 49 – „Güte von Gott“
  • Feiert Jesus! Gold 51 – „Mein Gott ist größer“
  • Glorify 66 – „Wenn Gott für uns ist“
  • Groß ist unser Gott 7 – „Du bist meine Zuflucht und Stärke“