Ziel der Einheit

Die Teilnehmenden sehen: Gemeinde ist ein Beziehungsnetz aus Generationen, Schwachen, Leitenden. Respekt, Fürsorge und Verantwortung füreinander sind keine Nebensache, sondern Ausdruck des Evangeliums.

Vorbereitung für Leiter:innen

Lies 1. Timotheus 5 aufmerksam und achte auf die vielen Beziehungsbegriffe: ältere Männer wie Väter, jüngere wie Brüder, ältere Frauen wie Mütter, jüngere wie Schwestern. Paulus denkt Gemeinde familiär. Überlege, wo in eurer Gemeinde oder Gruppe Generationen aufeinandertreffen – und wo Spannungen liegen.

Der Abschnitt über Witwen zeigt: Die ersten Gemeinden nahmen soziale Verantwortung ernst. Überlege, wer bei euch heute „Witwen“ im übertragenen Sinn sind: Alleinstehende, überlastete Eltern, Pflegebedürftige, Menschen ohne Netzwerk. Bete für einen liebevollen, realistischen Blick.

Die Verse 17–22 über den Umgang mit Leitenden können Schmerzpunkte berühren (Enttäuschungen, Konflikte). Betone, dass Paulus Transparenz und Fairness im Umgang mit Vorwürfen wichtig sind, ohne in Lästerkultur oder Vertuschung zu verfallen.

Homiletische Kurzbeschreibung

Glaube zeigt sich im Umgang miteinander. Wer das Evangelium ernst nimmt, sieht in den anderen nicht anonyme Gemeindeglieder, sondern Geschwister. Respekt, Fürsorge und ein fairer Umgang mit Leitenden sind gelebte Nachfolge.

Einstieg

Stellt die Frage: „Fühlt sich unsere Gemeinde / Gruppe eher wie Familie, wie Verein oder wie Dienstleister an?“ Lasst ein paar spontane Eindrücke zu Wort kommen.

  • Wo hast du in Gemeinde oder Hauskreis echte „Familienmomente“ erlebt?
  • Was fällt dir schwerer: um Hilfe zu bitten – oder Hilfe anzubieten?

Bibeltext

1. Timotheus 5,1–8 und 17–22 (ggf. ausgewählte Verse auslassen oder zusammenfassen) lesen.

Kurzimpuls

Paulus zeichnet ein Bild von Gemeinde, das überraschend warm ist: ältere wie Väter und Mütter, jüngere wie Brüder und Schwestern. Das ist mehr als eine nette Metapher. Es bedeutet: Wir tragen Verantwortung füreinander. Niemand soll einfach hinten herunterfallen.

Besonders im Blick hat Paulus die Witwen – Menschen ohne wirtschaftliche Absicherung, oft ohne Stimme. Ihnen gilt besondere Fürsorge. Zugleich ruft er Familien in die Verantwortung: Wer für die eigenen Leute sorgt, ehrt Gott. Im zweiten Teil geht es um Leitende: Sie sollen gut versorgt und zugleich nicht unkritisch idealisiert werden. Vorwürfe sollen ernst, aber fair geprüft werden. So entsteht eine Kultur des Respekts und der Wahrheit.

Impuls-Andacht

Vielleicht kennst du beides: warme Begegnungen in Gemeinde – und schmerzhafte Erfahrungen. 1. Timotheus 5 träumt nicht von der perfekten Familie, aber von einer Gemeinschaft, in der Menschen einander sehen. Gott nimmt besonders die in den Blick, die leicht übersehen werden: die Schwachen, die Einsamen, die Überlasteten. Er ruft uns, ihnen Geschwister zu sein. Und er schützt zugleich Leitende vor unfairen Verurteilungen wie vor Vertuschung. Bitte Gott heute: „Zeig mir einen Menschen, für den ich in dieser Woche ganz praktisch Bruder oder Schwester sein kann.“

Gesprächsfragen

Wahrnehmen:
  • Welche Personengruppen werden im Text besonders genannt? Was fällt dir an der Sprache auf?
  • Wo spürst du Gottes Herz für Schwache und Übersehene?
Verstehen:
  • Was bedeutet es, Gemeinde als „Familie Gottes“ zu verstehen – mit allen Chancen und Grenzen?
  • Wie balanciert Paulus Fürsorge, Eigenverantwortung und einen fairen Umgang mit Leitenden?
Übertragen:
  • Wer sind in deinem Umfeld Menschen, die leicht übersehen werden – und was könnte praktische Fürsorge für sie bedeuten?
  • Wie kann eure Gruppe helfen, eine Kultur von Respekt und Ehrlichkeit im Umgang mit Leitenden zu fördern?

Neutestamentlicher Spiegel

Johannes 13,34–35 (das neue Gebot der Liebe) und Apostelgeschichte 2,42–47 (das Leben der ersten Gemeinde).

Alttestamentlicher Hintergrund

5. Mose 10,17–19 (Gott sorgt für Waisen und Witwen) und Psalm 68,6 („Vater der Waisen, Anwalt der Witwen“).

Gebetszeit

Betet in kleinen Gruppen. Jede:r darf – wenn er oder sie möchte – eine Person nennen, für die besondere Fürsorge nötig ist. Betet konkret um offene Augen, kreative Ideen und Mut zum Handeln.

Wochenimpuls

Treffe in der kommenden Woche eine konkrete Fürsorge-Entscheidung (Besuch, Anruf, Einladung, praktische Hilfe) für jemanden, der leicht übersehen wird.

Liedvorschläge

  • Feiert Jesus! Best of 117 – „Gut, dass wir einander haben“
  • Glorify 20 – „Lasst uns in Frieden beieinander wohnen“
  • Groß ist unser Gott 54 – „Gut, dass wir einander haben“
  • Feiert Jesus! Gold 67 – „Für die Menschen nach uns“