Ziel der Einheit
Die Teilnehmenden entdecken die Schönheit des neuen Bundes: Der Geist macht lebendig, nimmt die Decke weg und schenkt Freiheit. Sie werden eingeladen, ihr Gottesbild zu prüfen und neu zu lernen, mit „unverhülltem Gesicht“ vor Gott zu leben.
Vorbereitung für Leiter:innen
Paulus steht im Konflikt mit Gegnern, die sich mit Empfehlungsschreiben schmücken. Er betont: Die Gemeinde selbst ist sein Empfehlungsschreiben – geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes (3,2–3). Er entfaltet den Gegensatz zwischen altem und neuem Bund: Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig (3,6). Damit ist nicht die Abschaffung des Alten Testaments gemeint, sondern der Unterschied zwischen Gesetz als äußerer Forderung und Evangelium als innerem Wirken des Geistes.
Das Bild von Mose und der Decke (3,7–18) greift 2. Mose 34 auf. Die Herrlichkeit des alten Bundes war vergänglich; Mose verhüllte sein Gesicht. Im neuen Bund aber wird die Decke weggenommen, wenn jemand sich dem Herrn zuwendet. „Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“ (3,17). Wir werden verwandelt in dasselbe Bild – ein Prozess.
Seelsorgerlich ist dieser Text ein Schatz für Menschen, die Gott vor allem als strengen Kontrolleur kennen. Der neue Bund lädt zu einer Vertrauensbeziehung ein. Hilf der Gruppe, zwischen einem gesetzlich geprägten und einem evangeliumsgemäßen Glauben zu unterscheiden.
Homiletische Kurzbeschreibung
Der neue Bund bedeutet: Gott schreibt sein Gesetz in unsere Herzen, sein Geist verändert uns von innen. Wir müssen uns vor seiner Herrlichkeit nicht verstecken, sondern dürfen mit unverhülltem Gesicht kommen. In dieser Nähe beginnt echte Freiheit – und ein Weg der Verwandlung in das Bild Christi.
Einstieg
Einstiegsfragen:
- Gibt es Bilder oder Sätze aus deiner Kindheit, die dein Gottesbild geprägt haben – eher strenge oder eher freundliche?
- Was ist dein Lieblingsvers aus der Bibel, der dich ermutigt, wenn du durch schwierige Zeiten gehst?
- Was war ein Moment in deinem Leben, in dem du eine besondere Erfahrung mit Freiheit gemacht hast, und wie hat das deine Perspektive auf Gott beeinflusst?
- Wann hast du das letzte Mal das Gefühl gehabt: „Jetzt bin ich vor Gott wirklich offen, ohne Maske“?
Bibeltext
Lest 2. Korinther 3,4–18. Markiert Aussagen über den alten und den neuen Bund. Achtet besonders auf Vers 6, 17 und 18. Lest diese drei Verse am Ende noch einmal laut im Wechsel.
Kurzimpuls
Paulus macht deutlich: Der neue Bund ist nicht eine verbesserte Version des Gesetzes, sondern eine neue Qualität der Beziehung. Der Geist Gottes öffnet den Blick, nimmt die Decke weg und schenkt Freiheit. Wir werden verwandelt, indem wir auf Christus schauen – nicht indem wir uns selbst optimieren.
Impuls-Andacht
Manche leben mit einem inneren Bild von Gott, als würde er mit verschränkten Armen vor uns stehen: streng, misstrauisch, kontrollierend. Paulus zeichnet ein anderes Bild. Gott hat sein Ja in Christus gesagt und seinen Geist gesandt. Dieser Geist schreibt Gottes Willen in unser Herz. Wir müssen uns nicht hinter religiösen Masken verstecken. „Wir alle aber sehen mit unverhülltem Gesicht die Herrlichkeit des Herrn“ – und gerade dabei werden wir verwandelt.
Verwandlung geschieht nicht durch noch mehr Druck, sondern durch Blickwechsel. Je mehr wir auf Christus schauen, desto mehr prägt er uns. Vielleicht ist diese Einheit eine Einladung, eine Decke zu benennen, hinter der du dich vor Gott versteckst – und sie Schritt für Schritt fallen zu lassen.
Gesprächsfragen
Wahrnehmen:
- Wie erklärt Paulus in diesem Abschnitt den Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Bund?
- Welche Gegensätze nennt Paulus (Buchstabe/Geist, Tod/Leben, Verhüllung/Unverhülltheit, Knechtschaft/Freiheit)?
- Was erfährst du über die Wirkung des Geistes in Vers 17–18?
Verstehen:
- Was meint Paulus, wenn er sagt: „Der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig“ (3,6)?
- Wie interpretiert Paulus die Idee des ‚Sichtbaren‘ versus ‚Unsichtbaren‘ in diesem Text, und wie könnte dies unser Verständnis von Gottes Gegenwart beeinflussen?
- Wie würdest du den Prozess der Verwandlung, von dem Vers 18 spricht, mit eigenen Worten beschreiben?
- Was bedeutet es, dass wir ‚mit unbedecktem Angesicht‘ in Gottes Gegenwart treten dürfen? Wie passt das zu deinem Verständnis von Anbetung?
Übertragen:
- Wo erlebst du in deinem Glaubensleben eher Druck und Gesetzlichkeit – und wo Freiheit durch den Geist?
- Gibt es eine „Decke“, hinter der du dich vor Gott oder Menschen versteckst? Wie könnte ein erster Schritt in Richtung Offenheit aussehen?
- In welchen Bereichen deines Lebens spürst du, dass du noch in Gewohnheiten oder Denkweisen gefangen bist, und was könntest du tun, um da herauszukommen?
Neutestamentlicher Spiegel
Hebräer 8,8–12: Die Verheißung des neuen Bundes, in dem Gottes Gesetz in die Herzen geschrieben wird. Der Hebräerbrief greift Jeremia 31 auf – Paulus steht in dieser Linie.
Alttestamentlicher Hintergrund
2. Mose 34,29–35: Moses leuchtendes Angesicht und die Decke. Paulus interpretiert diese Szene neu im Licht von Christus und dem Wirken des Geistes.
Gebetszeit
Gebet um ein neues Erfülltwerden mit dem Heiligen Geist. Möglichkeit zu stillen oder gesprochenen Gebeten, in denen „Decken“ benannt werden, hinter denen man sich versteckt. Bitte um Freiheit und offene Gesichter vor Gott.
Wochenimpuls
Nimm dir in dieser Woche täglich ein paar Minuten Zeit, um bewusst einen Vers aus 2. Korinther 3,17–18 zu lesen und Gott zu bitten: „Präge du mein Leben durch deinen Geist.“ Achte darauf, wo sich dein Blick auf Gott oder dich selbst verändert.
Liedvorschläge
- Feiert Jesus! Best of 7 – Komm, Geist Gottes
- Feiert Jesus! Best of 10 – Näher zu dir
- Feiert Jesus! Gold 11 – Schaffe Raum
- Glorify 4 – Allein zu deiner Ehre