Ziel der Einheit
Die Teilnehmenden nehmen die starke Zusage von Römer 8 in sich auf: keine Verdammnis in Christus, Kindschaft Gottes, unzerstörbare Liebe. Sie werden gestärkt, ihren Glauben im Vertrauen auf Gottes Treue zu leben – auch angesichts von Leid und Angst.
Vorbereitung für Leiter:innen
Römer 8 ist ein Höhepunkt des Briefes. Nach dem Schrei von Römer 7 beginnt es mit einem „So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind“. Verdammnis (katákrima) meint das endgültige Urteil. In Christus gilt: Kein Urteil mehr gegen uns.
Vers 14–17 betonen die Kindschaft: Der Geist macht uns zu Söhnen und Töchtern Gottes; wir dürfen „Abba, lieber Vater“ rufen. Gleichzeitig werden wir mit Christus leiden und verherrlicht werden – Kindschaft schließt Leiden nicht aus.
Die Verse 31–39 sind eine Kette von Fragen, die jede mögliche Trennwand entkräften: Weder Tod noch Leben, weder Mächte noch Gewalten können uns von Gottes Liebe trennen. Gottes Liebe ist nicht an unsere Stimmung oder Treue gebunden, sondern an Christus.
Seelsorgerlich: Dieser Text eignet sich, um Menschen mit Ängsten, Schuldgefühlen oder Zukunftssorgen zu stärken. Lass Raum, dass Teilnehmende persönliche Situationen benennen, in denen sie diesen Zuspruch nötig haben.
Homiletische Kurzbeschreibung
Römer 8 spricht eine doppelte Zusage: Es gibt keine Verdammnis für die, die in Christus sind, und nichts kann uns von Gottes Liebe trennen. Zwischen diesen Polen entfaltet Paulus das Leben im Geist und die Kindschaft Gottes. Christen sind nicht vor Leid geschützt, aber im Leid gehalten.
Einstieg
Einstiegsfragen:
- Welches ist dein liebstes Lied oder Filmzitat, das dich ermutigt, und warum war es für dich bedeutend?
- Wenn du eine Superkraft wählen könntest, die dir in deinem Glaubensleben helfen würde, welche wäre das und wieso?
- Ist für Sie ein zur Hälfte gefülltes Glas „halb voll“ oder „halb leer“?
- Welche Verse aus Römer 8 kennst oder liebst du besonders?
- Gab es einen Moment in deinem Leben, in dem dir ein Vers aus Römer 8 zum Trost wurde?
Bibeltext
Lest zunächst Römer 8,1–2, dann 8,14–17 und 8,31–39. Lest die Verse 38–39 gern gemeinsam laut – als gemeinsames Bekenntnis. Fragt: Welche Worte oder Bilder bleiben bei euch hängen?
Kurzimpuls
Nach allem Ringen und Kämpfen setzt Paulus zwei starke Ausrufezeichen: keine Verdammnis – und keine Trennung. Unsere Identität als Kinder Gottes gründet sich nicht auf unsere Leistung, sondern auf den Geist, der in uns wohnt. Die Liebe Gottes bleibt auch dann, wenn Umstände dagegen sprechen. Wer diese Zusage verinnerlicht, gewinnt Freiheit von lähmender Angst und Mut, Jesus nachzufolgen.
Impuls-Andacht
Manche Sätze der Bibel sollte man sich ins Herz eingravieren. „So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind“ gehört dazu. Gott spricht aus: Kein Urteil mehr über deinem Leben, das dich von ihm trennt. Dazu kommt die Liebeserklärung: Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes – kein Versagen, keine Zukunftsangst, nicht einmal der Tod. Das heißt nicht, dass unser Weg leicht wird. Paulus kennt Leid, Verfolgung, Schwachheit. Aber mitten darin hält er sich an dieser Zusage fest. Vielleicht brauchst du genau das: einen Ort in dir, an dem du weißt: Was auch geschieht – ich bin geliebt und nicht verdammt.
Gesprächsfragen
Wahrnehmen:
- Welche Gegensätze und Machtbereiche werden in 8,31–39 aufgezählt? Was beeindruckt dich daran?
- Welche Bilder für unsere Beziehung zu Gott findest du in 8,14–17?
Verstehen:
- Was bedeutet es, dass es „keine Verdammnis“ für die in Christus gibt – auch im Blick auf Schuld, die uns noch belastet?
- Was bedeutet es für dich, dass Gott mit uns in jedem Kampf ist, und wie beeinflusst diese Erkenntnis dein tägliches Leben?
- Wie hilft die Zusage von Gottes untrennbarer Liebe im Umgang mit Angst und Leid?
Übertragen:
- Wo erlebst du aktuell Angst oder Verdammnisgefühle? Welche Verse aus Römer 8 könnten für dich ein Gegenspruch sein?
- Wie könntest du in deinem Alltag bewusst aus der Identität als geliebtes Kind Gottes leben?
Neutestamentlicher Spiegel
Johannes 10,27–29: Jesus sagt, dass seine Schafe niemand aus seiner Hand reißen kann. Diese Zusage der Bewahrung entspricht der Überzeugung von Römer 8.
Alttestamentlicher Hintergrund
Jesaja 43,1–4: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ Auch hier wird deutlich: Gottes Zugehörigkeitszusage trägt durch Wasser und Feuer hindurch.
Gebetszeit
Dank für Gottes unerschütterliche Liebe und für die Kindschaft. Möglichkeit, dass Einzelne kurze Dank- oder Vertrauensgebete sprechen. Fürbitte für Menschen, die sich verdammt oder verlassen fühlen.
Wochenimpuls
Lerne in dieser Woche einen Vers aus Römer 8 auswendig (z.B. Vers 1, Vers 15 oder Vers 38–39) und sprich ihn täglich laut als Zuspruch über deinem Leben.
Liedvorschläge
- Feiert Jesus! Best of 42 – Jesus, meine Hoffnung, lebt
- Feiert Jesus! Gold 40 – Way Maker
- Glorify 55 – Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt
- Groß ist unser Gott 57 – Von guten Mächten wunderbar geborgen