Ziel der Einheit

Die Teilnehmenden lernen Abraham als Vorbild des Glaubens kennen und verstehen, dass Vertrauen auf Gottes Zusage wichtiger ist als eigene Leistung. Sie werden ermutigt, in hoffnungslos wirkenden Situationen auf Gottes Treue zu setzen.

Vorbereitung für Leiter:innen

Paulus greift Abraham als Beispiel dafür auf, dass Rechtfertigung aus Glauben keine neue Idee ist. Er zitiert 1. Mose 15,6: „Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.“ Entscheidend ist: Abraham wird gerecht gesprochen, bevor er das Gesetz kennt und bevor er beschnitten ist.

In Römer 4 arbeitet Paulus mit dem Bild vom Lohn und vom Geschenk: Wer arbeitet, dem wird der Lohn nach Schuldigkeit angerechnet – wer aber nicht arbeitet, sondern glaubt, der empfängt die Gerechtigkeit als Geschenk. David wird als zweites Beispiel genannt (Psalm 32): Glücklich ist, wem Gott die Sünde nicht zurechnet.

Die Verse 18–25 zeigen Abrahams Glauben angesichts der Realität: Sein Körper „erstorben“, Saras Mutterschoß „erstorben“ – und doch hält er sich an Gottes Verheißung. Glaube heißt hier nicht, die Realität zu verdrängen, sondern Gott mehr zuzutrauen als den Umständen. Paulus spannt den Bogen zu uns: Auch uns wird Gerechtigkeit zugerechnet, wenn wir dem vertrauen, der Jesus von den Toten auferweckt hat.

Seelsorgerlich: Viele kennen die Spannung zwischen Verheißung und erlebter Realität. Räume dafür Platz. Glaube ist nicht immer stark, aber kann wachsen – wie bei Abraham, der auch Zweifel kannte.

Homiletische Kurzbeschreibung

Abrahams Geschichte zeigt: Gerecht vor Gott wird, wer Gott vertraut – nicht, wer alles richtig macht. Glaube hält sich an Gottes Zusage fest, auch wenn die Umstände dagegen sprechen. So wird Abraham zum Vater aller, die Gott beim Wort nehmen.

Einstieg

Einstiegsfragen:

  • Gab es in deinem Leben schon einmal eine Situation, in der menschlich gesehen keine Hoffnung mehr war – und du trotzdem getragen wurdest?
  • Wie unterscheidest du für dich „Glauben“ und „Optimismus“?

Gespräch in kleinen Gruppen, anschließend kurze Sammlung im Plenum.

Bibeltext

Lest Römer 4,1–8 und 4,18–25. Optional kann 1. Mose 15,1–6 als Hintergrund mitgelesen werden. Markiert, wie Abrahams Glaube beschrieben wird und welche Verben für Gottes Handeln verwendet werden.

Kurzimpuls

Paulus macht klar: Abraham hat sich seine Gerechtigkeit nicht verdient, sondern sie wurde ihm zugerechnet. Er ist damit der Prototyp eines Menschen, der Gott vertraut, obwohl die Lage hoffnungslos scheint. Glaube verdrängt nicht die Realität, sondern rechnet mit Gottes Möglichkeiten. So wird Abraham zum Vater aller, die Gott beim Wort nehmen – auch wenn sie ihn nicht sehen. Unsere Gerechtigkeit gründet sich auf denselben Gott, der Jesus auferweckt hat.

Impuls-Andacht

Abraham hat keinen perfekten Glauben, aber einen beharrlichen. Er sieht die Fakten: sein Alter, Saras Unfruchtbarkeit. Und doch hält er sich an Gottes Zusage. Glaube heißt hier nicht: „Es wird schon irgendwie gut gehen“, sondern: „Gott hat geredet – darauf stelle ich mich.“ Paulus überträgt das auf uns: Wir vertrauen dem Gott, der Jesus aus den Toten auferweckt hat. Vielleicht kennst du Situationen, in denen du Gottes Versprechen kaum glauben kannst. Dann darfst du mit Abraham beten: Ich sehe meine Grenzen – aber ich halte mich an deine Treue. Nicht die Stärke unseres Glaubens rettet, sondern der, auf den wir vertrauen.

Gesprächsfragen

Wahrnehmen:
  • Welche Aussagen werden über Abraham gemacht – über sein Alter, seine Situation, seinen Glauben?
  • Welche Verben beschreiben Gottes Handeln in diesen Versen?
Verstehen:
  • Inwiefern ist Abraham ein Vorbild für Glauben – und wo unterscheidet sich unsere Situation von seiner?
  • Was bedeutet es, dass Gerechtigkeit „zugerechnet“ wird? Wie grenzt sich das von einem Leistungsdenken ab?
Übertragen:
  • Wo erlebst du gerade eine Spannung zwischen Gottes Versprechen und deiner Realität?
  • Welchen kleinen Schritt des Vertrauens könntest du in dieser Woche gehen – ganz konkret?

Neutestamentlicher Spiegel

Hebräer 11,8–12: Abraham zieht im Vertrauen auf Gottes Zusage los – ohne das Ziel zu kennen. Der Hebräerbrief betont ebenso wie Paulus, dass Glaube ein Gehen im Vertrauen ist.

Alttestamentlicher Hintergrund

1. Mose 15,1–6: Gott verspricht Abraham Nachkommen wie die Sterne. Abraham glaubt – und Gott rechnet ihm das zur Gerechtigkeit. Dieser Vers ist die Wurzel von Paulus’ Argumentation.

Gebetszeit

Dank für Menschen wie Abraham, die uns als Glaubensvorbilder vorangegangen sind. Bitte um Vertrauen in Situationen, die aussichtslos erscheinen. Fürbitte für Menschen in der Gruppe oder im Umfeld, die mit Hoffnungslosigkeit kämpfen.

Wochenimpuls

Suche dir eine Verheißung Gottes (z.B. aus einem Psalm oder aus dem Neuen Testament) und schreibe sie sichtbar auf. Sprich sie in dieser Woche jeden Tag laut als Zuspruch über deinem Leben aus.

Liedvorschläge

  • Feiert Jesus! Best of 118 – Hilf mir zu glauben
  • Feiert Jesus! Gold 70 – Anker in der Zeit
  • Glorify 120 – Im Glauben leben
  • Groß ist unser Gott 47 – Ich trau auf dich, o Herr