Ziel der Einheit

Die Teilnehmenden verstehen, dass christliche Freiheit nicht Beliebigkeit bedeutet, sondern eine neue Zugehörigkeit zu Christus. Sie entdecken ihren Körper als Tempel des Heiligen Geistes und werden eingeladen, Sexualität und Leiblichkeit als Gottesgeschenk verantwortlich zu leben.

Vorbereitung für Leiter:innen

In Korinth zirkulierten offenbar Sprüche wie „Alles ist mir erlaubt“ (6,12). Paulus nimmt diese auf und korrigiert sie: Nicht alles dient zum Guten, nicht alles baut auf. Freiheit heißt nicht: Ich kann tun, was ich will; sondern: Ich gehöre Christus.

Der Leib ist nicht zur Unzucht bestimmt, sondern für den Herrn, und der Herr für den Leib (6,13). Starke Formulierungen: Die Gläubigen sind „mit einem Preis erkauft“ (6,20), sie gehören Christus. Ihr Leib ist „naos“ – Heiligtum des Heiligen Geistes. Sexualität ist kein belangloser Bereich, sondern zutiefst geistlich.

Seelsorgerlich ist hier viel Sensibilität nötig. Viele tragen Verletzungen im Bereich Sexualität. Es geht nicht um moralistische Verurteilung, sondern um eine befreiende Sicht: Du bist mit Leib und Seele Gott wichtig. Der Text ruft zur Umkehr, aber auch zur Würdigung des eigenen Körpers. Gib Raum für Fragen und betone, dass Schuld nicht das letzte Wort hat – Christus vergibt und erneuert.

Homiletische Kurzbeschreibung

Christliche Freiheit heißt nicht „alles ist egal“, sondern „ich gehöre Christus mit Leib und Seele“. Der Körper ist Tempel des Heiligen Geistes. Darum hat es Gewicht, wie wir mit Sexualität, Beziehungen und unserem Körper umgehen – nicht aus Angst, sondern aus Würde.

Einstieg

Einstiegsfragen (sensibel anleiten, eventuell in Kleingruppen):

  • Was ist eine witzige oder interessante Anekdote aus deinem Leben, die du bisher noch nie geteilt hast?
  • Wenn du eine Superkraft auswählen könntest, welche wäre das und was würdest du damit tun?
  • Wo erlebst du den Satz „Alles ist erlaubt“ in unserer Gesellschaft – besonders im Blick auf Körper und Sexualität?
  • Welche Erfahrungen hast du gemacht, dass Entscheidungen mit deinem Körper (positiv oder negativ) Spuren hinterlassen haben?

Bibeltext

Lest 1. Korinther 6,12–20. Markiert die Slogans („Alles ist mir erlaubt …“) und die Korrekturen, die Paulus gibt. Markiert außerdem, was über unseren Leib gesagt wird.

Kurzimpuls

Paulus entlarvt eine verkürzte Freiheitsparole. Wahre Freiheit fragt nicht: „Darf ich das?“, sondern: „Dient es mir und anderen? Ehrt es Christus?“ Unser Leib gehört nicht uns selbst, sondern Christus – und ist Wohnung des Heiligen Geistes. Das verleiht unserem Körper große Würde und ruft zu einem verantwortlichen Umgang mit Sexualität.

Impuls-Andacht

„Es ist mein Körper, ich kann damit machen, was ich will“ – dieser Satz ist uns vertraut. Paulus würde antworten: Nicht, wenn du zu Christus gehörst. Er nimmt die Freiheitsparole „Alles ist mir erlaubt“ auf, aber er fügt hinzu: „aber nicht alles dient zum Guten“, „ich will mich von nichts beherrschen lassen“. Freiheit bedeutet nicht, keine Grenzen zu kennen, sondern frei zu werden von dem, was uns versklavt.

Dann fällt der starke Satz: Dein Leib ist Tempel des Heiligen Geistes. Gott wohnt in dir. Du bist mit einem Preis erkauft – mit dem Blut Christi. Das bedeutet: Dein Körper ist nicht minderwertig, sondern kostbar. Vielleicht ist diese Einheit eine Einladung, neu zu lernen, deinen Körper mit Achtung zu sehen und Entscheidungen zu treffen, die dieser Würde entsprechen.

Gesprächsfragen

Wahrnehmen:
  • Welche Sprüche und Gegenargumente stehen im Text gegenüber (Vers 12–13)?
  • Welche Aussagen über den Leib und die Zugehörigkeit zu Christus findest du (Vers 13–20)?
  • Was lehrt uns dieser Abschnitt über den Wert und die Würde unseres physischen Körpers aus biblischer Sicht?
Verstehen:
  • Wie definiert Paulus Freiheit – und wodurch unterscheidet sich das von manchen heutigen Vorstellungen?
  • Was bedeutet es für dich, dass dein Leib Tempel des Heiligen Geistes ist? Welche Aspekte sind tröstlich, welche herausfordernd?
  • Wie erklärt Paulus, dass unser Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist, und was bedeutet das für uns?
  • Was meint Paulus, wenn er sagt, dass alles mir erlaubt ist, aber nicht alles nützlich ist?
Übertragen:
  • Was bedeutet es für dich, in deinem körperlichen und geistlichen Leben Heiligkeit anzustreben?
  • Gibt es Bereiche, in denen du deinen Körper eher abwertest oder ausbeutest – statt ihn als Geschenk Gottes zu sehen?
  • Welche konkrete Entscheidung im Umgang mit deinem Körper oder mit Sexualität könnte Ausdruck deiner Zugehörigkeit zu Christus sein?

Neutestamentlicher Spiegel

Römer 12,1: „Stellt eure Leiber als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer dar; das sei euer vernünftiger Gottesdienst.“ Auch hier wird der Leib als Ort des Gottesdienstes verstanden.

Alttestamentlicher Hintergrund

1. Könige 8,27–30: Der Tempel in Jerusalem als Ort der Gegenwart Gottes. Paulus überträgt dieses Tempel-Motiv auf den einzelnen Glaubenden und die Gemeinde – eine radikale Aufwertung der Leiblichkeit.

Gebetszeit

Zeit der Stille, in der jede:r seinen Leib bewusst vor Gott bringen kann. Möglichkeit zur stillen oder leisen Beichte, wo man im Bereich Sexualität und Körper Schuld empfindet. Gebet um Heilung, Versöhnung mit dem eigenen Körper und um neue Freiheit in Christus.

Wochenimpuls

Nimm dir in dieser Woche jeden Tag eine Minute Zeit, um bewusst zu sagen: „Herr, ich gehöre dir mit Leib und Seele.“ Frage ihn konkret: Gibt es heute eine Entscheidung, bei der ich meinen Körper als Tempel des Heiligen Geistes ehren soll?

Liedvorschläge

  • Feiert Jesus! Best of 10 – Näher zu dir
  • Feiert Jesus! Gold 102 – Freiheit der Kinder Gottes
  • Glorify 78 – Ein tägliches Gebet
  • Groß ist unser Gott 35 – Jesus, berühre mich