Ziel der Einheit

Die Teilnehmenden erkennen, dass geistliche Unreife sich u.a. in Parteiungen und Personenkult ausdrückt. Sie entdecken das Bild vom Ackerfeld und Bau Gottes und werden eingeladen, Christus als einziges Fundament ihres Glaubens und ihrer Gemeinde neu in den Mittelpunkt zu stellen.

Vorbereitung für Leiter:innen

In Korinth haben sich Gruppen um verschiedene Leiter gebildet: „Ich gehöre zu Paulus“, „Ich zu Apollos“, „Ich zu Kephas“ (1,12). Paulus nennt das „sarkikos“ – fleischlich, von menschlichen Maßstäben geprägt. In Kapitel 3 vertieft er das: Parteiungen sind Zeichen geistlicher Unreife, nicht besonderer Treue.

Er nutzt zwei Bilder: Ackerfeld und Bau. Paulus pflanzt, Apollos begießt – Gott lässt wachsen. Am Ende zählt nicht der Name des Mitarbeiters, sondern Gottes Wirken (3,7). Beim Bau-Bild wird deutlich: Es gibt nur ein Fundament – Jesus Christus (3,11). Wer darauf baut, ist Mit-Arbeiter Gottes, nicht Stararchitekt.

Seelsorgerlich: Personenkult ist zeitlos – ob um Prediger:innen, Gemeinden, Werke oder Bewegungen. Gleichzeitig brauchen Menschen Vorbilder. Hilf der Gruppe zu unterscheiden: Dankbare Wertschätzung von Menschen einerseits, aber klare Ausrichtung auf Christus als Fundament andererseits. Sprich auch an, wie Vergleiche („Unsere Gemeinde ist besser …“) Gemeinden vergiften können.

Homiletische Kurzbeschreibung

Gemeinde ist Gottes Ackerfeld und Gottes Bau – nicht unser Projekt. Leiter:innen sind Mitarbeiter, keine Helden. Christus allein ist das Fundament. Reife Gemeinden lassen sich nicht von Personenkult treiben, sondern von der Frage: Wächst hier etwas, das auf Jesus hinweist?

Einstieg

Einstiegsfragen:

  • Wenn du eine Stadt wählen müsstest, in der du für den Rest deines Lebens leben könntest, welche wäre das und warum?
  • Hast du schon einmal erlebt, dass sich in christlichen Kreisen „Fanclubs“ um bestimmte Personen oder Stile gebildet haben?
  • Was ist dein Lieblingsspiel oder eine Aktivität, die du gerne mit Freunden spielst? Warum macht es dir Spaß?
  • Was hat das mit dir gemacht – eher motiviert, eher verletzt, eher gleichgültig?

Bibeltext

Lest 1. Korinther 3,1–11. Markiert, wie Paulus die Gemeinde beschreibt (Ackerfeld, Bau) und wie er sich selbst und Apollos einordnet. Lest Vers 10–11 noch einmal langsam.

Kurzimpuls

Paulus spricht Klartext: Parteiungen und Personenkult sind Zeichen geistlicher Unreife. Gott allein lässt wachsen. Mitarbeitende sind wichtig, aber sie bleiben Diener. Christus ist das Fundament – alles andere ist höchst gefährlich. Eine reife Gemeinde freut sich an Gaben, ohne Menschen auf den Sockel zu stellen.

Impuls-Andacht

In Korinth ist Gemeinde zum Spielfeld menschlicher Eitelkeit geworden. Die einen feiern Paulus, die anderen Apollos – und plötzlich geht es mehr um Stilfragen und Namen als um Christus. Paulus reagiert deutlich: Ihr seid wie Kinder, die sich über ihre Lieblingslehrer streiten. Er erinnert: Paulus pflanzt, Apollos gießt – aber Gott lässt wachsen. Gemeinde ist Gottes Feld, Gottes Haus. Und es gibt nur ein tragfähiges Fundament: Jesus Christus.

Vielleicht kennst du die Versuchung, dich an bestimmten Personen aufzuhängen – begeistert oder enttäuscht. Diese Verse laden ein, neu zu fragen: Worauf baue ich wirklich? Wer trägt meinen Glauben, meine Gemeinde? Menschen sind wichtig, aber sie bleiben Mit-Arbeiter. Das Fundament ist ein anderer – und der bleibt.

Gesprächsfragen

Wahrnehmen:
  • Welche Kritik übt Paulus an den Korinthern (Vers 1–4)?
  • Wie beschreibt er sich selbst und Apollos – und was sagt er über Gott (Vers 5–9)?
  • Was sind die Hauptprobleme, die Paulus im Korintherbrief anspricht, und wie spiegeln sie vielleicht heutige Herausforderungen wider?
Verstehen:
  • Was ist der Unterschied zwischen dankbarer Wertschätzung von Leiter:innen und ungesunder Vergötzung?
  • Welchen zentralen Punkt möchte Paulus in diesen Versen über die Verantwortung von Lehrern und Leitern in der Kirche vermitteln?
  • Was heißt es konkret, dass es nur ein Fundament gibt – Jesus Christus (Vers 11)?
Übertragen:
  • Was bedeutet es für uns als Gemeinde, dass unser Fundament auf Christus gelegt ist, wie es in diesem Text beschrieben wird?
  • Wo besteht in deinem Umfeld die Gefahr, dass bestimmte Personen, Stile oder Werke zu wichtig werden?
  • Wie könntest du dazu beitragen, dass Christus als Fundament im Zentrum bleibt – in deiner Gemeinde, in deiner Kleingruppe?
  • Gibt es eine konkrete Handlung, die du in dieser Woche umsetzen kannst, um einen positiven Einfluss auf die Gemeinde oder Gruppe, in der du bist, auszuüben?

Neutestamentlicher Spiegel

Epheser 2,19–22: Die Gemeinde wird als Bau beschrieben, der auf dem Fundament der Apostel und Propheten steht, wobei Jesus Christus selbst der Eckstein ist. Das Bild vom Bau Gottes ergänzt 1. Korinther 3.

Alttestamentlicher Hintergrund

Psalm 127,1: „Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.“ Schon im Alten Testament ist klar: Letztlich ist es Gottes Werk, wenn etwas Bestand hat.

Gebetszeit

Dank für Menschen, die im Glauben Vorbilder und Leiter:innen waren. Bekenntnis, wo wir uns zu sehr an Menschen gehängt haben. Fürbitte für Leitungspersonen und Gemeinden, dass Christus im Zentrum bleibt.

Wochenimpuls

Schreibe einer Person, die dir geistlich wichtig geworden ist, eine kurze Nachricht des Dankes – und bete gleichzeitig bewusst: „Jesus, du bleibst mein Fundament.“ Überprüfe, ob es Bereiche gibt, in denen du dich von Menschen zu sehr abhängig gemacht hast.

Liedvorschläge

  • Feiert Jesus! Best of 18 – Wer ist ein Gott wie du
  • Feiert Jesus! Gold 1 – Alle Augen auf dich
  • Glorify 4 – Allein zu deiner Ehre
  • Groß ist unser Gott 1 – Groß ist unser Gott, Herr der Ewigkeit