Ziel der Einheit

Die Teilnehmenden verstehen, wie Paulus sich als Diener (hyperetēs) und Verwalter (oikonomos) Christi sieht. Sie werden eingeladen, Dienst in der Gemeinde nicht als Bühne, sondern als Treueauftrag zu verstehen – und Kritik, Urteil und Anerkennung neu im Licht von Gottes Urteil zu sehen.

Vorbereitung für Leiter:innen

Nach Kapitel 3 vertieft Paulus seine Sicht auf Dienst: Er ist „Diener Christi“ und „Verwalter der Geheimnisse Gottes“ (4,1). Entscheidend ist nicht Erfolg nach menschlichen Maßstäben, sondern Treue (pistos) (4,2). Er relativiert menschliche Urteile: Weder das Urteil anderer noch das eigene ist letztlich ausschlaggebend; maßgeblich ist Gottes Urteil am Tag des Herrn (4,3–5).

In 4,10–13 beschreibt Paulus sein Apostelamt drastisch: als „Narr um Christi willen“, verachtet, verfolgt, arbeitend, leidend. Das steht im krassen Gegensatz zum Erfolgsdenken in Korinth. Paulus lebt eine Theologie des Kreuzes im apostolischen Dienst.

Seelsorgerlich ist das für Mitarbeitende befreiend und herausfordernd zugleich: Wir sind nicht verantwortlich für „Erfolg“, wohl aber für Treue. Und wir müssen lernen, mit Lob und Kritik umzugehen, ohne daran zu zerbrechen oder uns zu verlieren. Hilf der Gruppe, über Erfahrungen mit Dienst, Anerkennung, Überforderung und Entmutigung zu sprechen.

Homiletische Kurzbeschreibung

Dienst in der Gemeinde ist kein Karriereweg, sondern ein Treueauftrag. Wer sich als Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes versteht, lebt aus Gottes Auftrag und erwartet sein Urteil. Das schützt vor Überheblichkeit, aber auch vor dem Zerbrechen an Kritik oder Erfolgsdruck.

Einstieg

Einstiegsfragen:

  • Hast du ein schönes Erlebnis, das du mit der Gemeinde, Gruppenaktivitäten oder Kirchenveranstaltungen verbunden hast?
  • Wo dienst du aktuell in Gemeinde oder Alltag – sichtbar oder verborgen?
  • Wie gehst du mit Lob und Kritik in diesen Bereichen um? Was tut dir gut, was setzt dich unter Druck?

Bibeltext

Lest 1. Korinther 4,1–5 und 4,10–13. Markiert alles, was über Paulus’ Selbstverständnis als Diener gesagt wird, und alles, was über Urteil und Anerkennung gesagt wird.

Kurzimpuls

Paulus versteht sich als Diener Christi und Verwalter – nicht als Star. Treue ist wichtiger als sichtbarer Erfolg. Menschliche Urteile sind begrenzt; entscheidend ist Gottes Urteil. Apostolischer Dienst ist geprägt von Schwachheit und Leid – aber gerade darin spiegelt sich der gekreuzigte Christus.

Impuls-Andacht

Wer in Kirche dient, gerät schnell zwischen die Stühle: Die einen sehen zu viel, die anderen zu wenig. Paulus lädt uns ein, Dienst neu zu betrachten. Er nennt sich Diener und Verwalter – nicht Chef, nicht Star. Seine erste Frage lautet nicht: „Wie komme ich an?“, sondern: „Bin ich treu?“ Das entlastet von der Jagd nach Erfolg. Zugleich beschreibt er seinen Dienst mit harten Worten: verachtet, verspottet, verfolgt. Apostolischer Dienst ist kein Wellnessprogramm.

Vielleicht bist du müde geworden im Dienst – oder verunsichert durch Kritik. Diese Verse erinnern: Dein Maßstab ist nicht die Laune der Leute, sondern der Blick Christi. Er kennt deine Mühe, deine Motive, deine Tränen. Und er sagt: „Es ist genug, wenn du mir treu bist.“ Das kann neu aufrichten – und uns zugleich demütig halten.

Gesprächsfragen

Wahrnehmen:
  • Was ist die zentrale Botschaft in 1. Korinther 4,1-5. 10-13 und wie wird sie in den Versen vermittelt?
  • Welche Begriffe verwendet Paulus für sich selbst (Vers 1–2, 10–13)?
  • Wie beschreibt er die Spannung zwischen menschlichem und göttlichem Urteil (Vers 3–5)?
  • Was lehrt uns dieser Abschnitt über die Bedeutung von Demut und Gottvertrauen im Dienst?
Verstehen:
  • Was bedeutet es, „Verwalter der Geheimnisse Gottes“ zu sein – im Unterschied zu „Eigentümer“?
  • Wie korrigiert Paulus gängige Vorstellungen von geistlicher „Karriere“ oder Erfolgsdienst?
  • Welche Aufgaben hat Paulus für sich selbst und für andere Christen in diesem Text hervorgehoben?
Übertragen:
  • Wo erlebst du in deinem Dienst die Gefahr, dich von Applaus oder Kritik abhängig zu machen?
  • Wie könnte es aussehen, deinen Dienst bewusster als Treueauftrag vor Christus zu verstehen?
  • Wie hilft dir der Text, einen klaren Fokus auf deine Berufung in Christus zu bewahren, besonders in herausfordernden Zeiten?

Neutestamentlicher Spiegel

1. Petrus 4,10–11: „Dient einander, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes.“ Auch hier wird der Begriff „Verwalter“ verwendet – Dienst ist anvertraut, nicht Besitz.

Alttestamentlicher Hintergrund

1. Samuel 16,7: „Der Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.“ Gottes anderes Urteil über Menschen und Dienst zieht sich durch die ganze Bibel.

Gebetszeit

Gebet für Mitarbeitende in Gemeinde, für Mut zur Treue und Schutz vor Überforderung. Möglichkeit, dass einzelne kurz ihren Dienst nennen und die Gruppe für sie betet. Bitte darum, Gottes Blick auf den eigenen Dienst zu gewinnen.

Wochenimpuls

Überlege dir einen kleinen, unscheinbaren Dienst, den du in dieser Woche bewusst „nur für Jesus“ tun willst – ohne dass ihn jemand sehen muss. Bitte ihn darum, dir dabei Freude zu schenken.

Liedvorschläge

  • Feiert Jesus! Best of 17 – Mutig komm ich vor den Thron
  • Feiert Jesus! Gold 5 – Näher zu dir
  • Glorify 5 – Mein Verlangen, dich zu ehren
  • Groß ist unser Gott 33 – Leben aus der Quelle, Leben nur aus dir