Ziel der Einheit

Die Teilnehmenden erkennen, dass Gottes Wort in schweren Zeiten trägt und Orientierung gibt. Sie werden ermutigt, der Bibel neu zu vertrauen, auch wenn nicht alle Fragen geklärt sind, und überlegen, wie sie einen alltagstauglichen Zugang zur Bibel finden können.

Vorbereitung für Leiter:innen

Lies 2. Timotheus 3,10–17 im Zusammenhang von Kapitel 3: Paulus beschreibt eine schwierige Zeit mit Irrlehren, Verwirrung und Verfolgung. Dem stellt er seine eigene Lebensgeschichte gegenüber: Timotheus hat sein Lehren, Leben, Glauben und Leiden miterlebt. Gerade in diesen Spannungen gewinnt die Bibel besondere Bedeutung.

Vers 16 ist ein Schlüsselsatz: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben“ (griech. theópneustos – „gottgehaucht“) und nützlich zum Lehren, Überführen, Zurechtweisen und Erziehen in der Gerechtigkeit. Das Ziel: Der Mensch Gottes wird „vollkommen“ bzw. „bereit und ausgerüstet zu jedem guten Werk“.

Mach dir vorab bewusst, dass viele mit der Bibel ambivalente Erfahrungen haben: Pflichtgefühl, schlechtes Gewissen, Überforderung, aber auch Trost und Inspiration. Plane Raum für ehrliche Rückmeldungen ein, ohne sofort alle Spannungen auflösen zu wollen. Hilfreich kann sein, ein, zwei kurze persönliche Beispiele einzubringen, wie Gottes Wort für dich konkret lebendig wurde – und auch Situationen, in denen es zunächst „trocken“ blieb. Ziel ist eine neue Wertschätzung für die Bibel, nicht ein schlechtes Gewissen.

Homiletische Kurzbeschreibung

In unübersichtlichen Zeiten lädt Paulus Timotheus ein, beim Wort Gottes zu bleiben. Die Bibel ist nicht in erster Linie ein Problemkatalog, der gelöst werden muss, sondern Gottes lebendiges Reden, das erzieht, korrigiert, tröstet und ausrüstet. Wer sich ihr regelmäßig aussetzt, wird nicht automatisch „allwissend“, aber innerlich fester und orientierter – und lernt, gute Werke zur rechten Zeit zu tun.

Einstieg

Kurze Blitzlichtrunde: Welche Überschrift würdest du deiner bisherigen „Beziehung zur Bibel“ geben? Beispiele: „Pflicht und Kür“, „Liebesgeschichte“, „On/Off-Beziehung“, „Noch am Kennenlernen“… Jede:r nennt nur ein Wort oder eine kurze Formulierung.

Bibeltext

Lest 2. Timotheus 3,10–17 gemeinsam. Markiert, welche Ausdrücke für die Wirkung der Schrift genannt werden. Ggf. noch einmal Vers 16–17 in einer anderen Übersetzung lesen (z.B. BasisBibel).

Kurzimpuls

Paulus erinnert Timotheus: Du hast nicht nur Inhalte gelernt, sondern ein Leben gesehen, das vom Evangelium geprägt ist. Inmitten von Verfolgung und Irrlehre bleibt die Bibel der tragende Boden. Sie ist „gottgehaucht“ – Gottes Geist hat sie inspiriert und macht sie auch heute lebendig. Die Schrift erzieht uns, sie richtet uns immer wieder neu aus an Gottes Maßstäben und macht uns bereit zu guten Werken. Es geht nicht zuerst um Bibelwissen, sondern um gelebte Ausrichtung.

Impuls-Andacht

Paulus schreibt an Timotheus, kurz bevor sein eigener Weg zu Ende geht. Ohne jede Schönfärberei blickt er zurück: Verfolgung, Tränen, Konflikte – und doch: Gottes Wort hat getragen. „Bleib bei dem, was du gelernt hast“ – das ist kein Rückwärtsruf, sondern eine Einladung zur Tiefe. Die Bibel ist nicht nur ein Nachschlagewerk für fromme Fragen, sondern Gottes lebendiges Reden. Sie deckt auf, tröstet, richtet aus. Oft kommt ihre Wirkung leise: ein Vers, der hängen bleibt, ein Gedanke, der nicht loslässt. Wer sich regelmäßig diesem Wort aussetzt, wird innerlich fest – mitten im Wandel.

Gesprächsfragen

Wahrnehmen:
  • Welche Erfahrungen von Paulus werden im Text genannt (V.10–13)? Was sagt das über sein Leben mit Jesus?
  • Welche vier Wirkungen der Schrift werden in Vers 16 beschrieben?
Verstehen:
  • Was bedeutet es, dass die Schrift „von Gott eingegeben“ bzw. „gottgehaucht“ ist? Welche Konsequenzen hat das für unseren Umgang mit der Bibel?
  • Wie hängen Bibellesen und „ausgerüstet sein zu jedem guten Werk“ zusammen?
Übertragen:
  • Welche hilfreichen Erfahrungen mit der Bibel hast du gemacht – und wo erlebst du Blockaden oder Frust?
  • Welcher kleine, konkrete Schritt könnte dir helfen, Gottes Wort neu einen Platz im Alltag zu geben (z.B. feste Zeit, gemeinsames Lesen, Audio-Bibel)?

Neutestamentlicher Spiegel

Johannes 6,68: „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“ Petrus bringt auf den Punkt, dass es bei Jesus um Worte geht, die tragen und Leben schenken – wie Paulus es von der Schrift beschreibt.

Alttestamentlicher Hintergrund

Psalm 119 (z.B. Verse 105 und 130): Gottes Wort ist „eine Leuchte für meinen Fuß und ein Licht auf meinem Weg“. Schon im Alten Testament wird die Schrift als lebenswichtige Orientierung verstanden.

Gebetszeit

Dank für Gottes Wort und Situationen, in denen es konkret Trost, Orientierung oder Korrektur gegeben hat. Bitte um eine neue Liebe zur Bibel und um Offenheit, sich von ihr auch korrigieren zu lassen. Fürbitte für Menschen, die keinen Zugang zur Bibel haben oder sie nur als Gesetzbuch erlebt haben.

Wochenimpuls

Verabredet euch in der Gruppe, in der kommenden Woche denselben Bibelabschnitt zu lesen (z.B. Markus 4 oder ein kurzer Psalm) und täglich einen Gedanken dazu zu notieren. Beim nächsten Treffen kurz Erfahrungen teilen.

Liedvorschläge

  • Feiert Jesus! Best of 121 – Dein Wort ist ein Licht auf meinem Weg
  • Glorify 196 – Herr, dein Wort ist lebendig
  • Glorify 131 – Altes Wort
  • Groß ist unser Gott 45 – Du bist der Weg und die Wahrheit und das Leben