Ziel der Einheit
Die Teilnehmenden verstehen die drei Bilder Soldat, Sportler und Bauer als Einladung zu einer engagierten, aber gnadezentrierten Nachfolge. Sie entdecken, dass Einsatz und Gnade keine Gegensätze sind und überlegen, wie sie in ihrem Alltag treu und ausdauernd mit Jesus unterwegs sein können.
Vorbereitung für Leiter:innen
Lies 2. Timotheus 2,1–13 mehrmals in verschiedenen Übersetzungen (z.B. Luther, BasisBibel). Im Mittelpunkt steht der Aufruf: „Werde stark durch die Gnade, die in Christus Jesus ist“ (V.1). Das Verb für „stark werden“ (endynamóō) macht deutlich: Die Kraftquelle liegt nicht in Timotheus selbst, sondern in der Gnade Christi.
Die drei Bilder – Soldat, Sportler, Bauer – betonen unterschiedliche Aspekte von Nachfolge: Der Soldat braucht klare Ausrichtung und Ungeteiltheit; der Sportler trainiert, hält sich an Regeln und zielt auf den Siegeskranz; der Bauer arbeitet geduldig und sieht die Frucht oft erst spät. Keines der Bilder steht für Leichtigkeit, aber alle sind mit Hoffnung verbunden.
In den Versen 8–13 fasst Paulus das Evangelium noch einmal zusammen. Es endet mit einem „zuverlässigen Wort“: Wenn wir mit Christus sterben, werden wir mit ihm leben; wenn wir standhaft bleiben, werden wir mit ihm herrschen. Gleichzeitig wird die Warnung nicht verschwiegen: Wer Jesus dauerhaft verleugnet, verleugnet ihn. Vers 13 schließt jedoch tröstlich: Christus bleibt treu, auch wenn unser Glaube schwach ist.
Achte in der Leitung darauf, nicht Leistungsdruck zu erzeugen. Betone, dass Gnade die Grundlage ist – Einsatz und Treue sind Antwort, nicht Bedingung. Hilf der Gruppe, zwischen gesunder Hingabe und ungesunder Überforderung zu unterscheiden.
Homiletische Kurzbeschreibung
Christliche Nachfolge ist kein bequemes Zusatzprogramm, sondern ein Weg mit Einsatz, Ausdauer und Fokus. Die drei Bilder Soldat, Sportler und Bauer zeigen: Glaube fordert uns heraus. Doch die Kraftquelle liegt nicht in unserer Disziplin, sondern in der Gnade Christi. Wer aus der Gnade lebt, kann sich investieren, ohne auszubrennen, und treu bleiben, auch wenn Frucht erst spät sichtbar wird.
Einstieg
Frage in die Runde: Mit welchem der drei Bilder – Soldat, Sportler, Bauer – kannst du spontan am meisten anfangen und warum? Kurze Austauschphase zu zweit, danach einige Stimmen im Plenum sammeln.
Bibeltext
Lest gemeinsam 2. Timotheus 2,1–13. Markiert in Stille jene Verse, die euch besonders ansprechen oder irritieren. Anschließend kurze Runde: Welche Stelle hat dich angesprochen – ohne Diskussion, nur Wahrnehmung.
Kurzimpuls
Paulus verbindet Gnade und Einsatz ganz eng: „Werde stark durch die Gnade“ und dann: „Nimm teil an den Leiden als guter Soldat Christi“. Die Bilder zeigen: Glauben heißt, sich in Gottes Sache hineinzugeben – fokussiert, ausdauernd, geduldig. Der Soldat lebt für seinen Auftrag, der Sportler trainiert für den Sieg, der Bauer arbeitet für die Ernte. Doch im Hintergrund bleibt klar: Jesus selbst hat den entscheidenden Kampf gekämpft, und wir leben aus seiner Treue. Unser Einsatz ist Antwort auf seine Gnade.
Impuls-Andacht
Paulus verharmlost den Glauben nicht: Christsein ist kein Wellnessprogramm, sondern eher Einsatz im Team, Training auf der Laufbahn und harte Feldarbeit. Soldat, Sportler, Bauer – alle investieren, bevor sie etwas sehen. Die gute Nachricht: Du sollst nicht aus eigener Härte leben, sondern „stark werden in der Gnade“. Gnade heißt: Du bist schon angenommen, bevor du leistest. Jesus hat den entscheidenden Kampf gekämpft. Gerade deshalb darfst du dich investieren: treu in kleinen Aufgaben, ausdauernd im Gebet, verbindlich in Beziehungen. Er sieht deinen Einsatz – auch wenn andere ihn übersehen.
Gesprächsfragen
Wahrnehmen:
- Welche drei Bilder verwendet Paulus für Nachfolge? Welche Details fallen euch auf?
- Welche Aussagen über Jesus und sein Evangelium stehen im zweiten Teil des Abschnitts (V.8–13)?
Verstehen:
- Was bedeutet es konkret, „stark zu werden in der Gnade“? Worin unterscheidet sich das von „streng dich mehr an“?
- Wie ergänzen sich die Bilder Soldat, Sportler und Bauer? Wo betonen sie unterschiedliche Aspekte von Nachfolge?
Übertragen:
- Wo erlebst du deinen Glauben eher als Pflichtprogramm, wo als gnadegetragene Hingabe? Was würdest du dir wünschen?
- Welches Bild spricht dich aktuell am meisten an – und welche konkrete Konsequenz könnte das für deine Woche haben?
Neutestamentlicher Spiegel
Hebräer 12,1–3: Der Glaube wird als Lauf beschrieben, bei dem wir mit Ausdauer laufen und auf Jesus sehen, den Anfänger und Vollender des Glaubens. Jesus selbst ist der, der vorangeht und unsere Kraftquelle ist.
Alttestamentlicher Hintergrund
Psalm 126,5–6: „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.“ Dieses Bild bringt die Spannung von Einsatz, Mühe und späterer Freude auf den Punkt – ähnlich wie der Bauer im Text.
Gebetszeit
Danke für Gottes Gnade, die uns trägt, auch wenn unsere Kraft begrenzt ist. Bitte um Klarheit, wo Einsatz und neue Schritte dran sind, und um Bewahrung vor Überforderung. Fürbitte für Menschen, die müde geworden sind im Glauben oder überlastet sind in ihrem Dienst.
Wochenimpuls
Überlege dir eine konkrete „Trainingsaufgabe“ für diese Woche: z.B. eine feste Gebetszeit, ein bewusstes Gespräch, jemandem praktisch zu dienen. Halte dir dabei jeden Tag neu vor Augen: Ich lebe aus Gnade, nicht aus Leistung.
Liedvorschläge
- Groß ist unser Gott 23 – Anker in der Zeit
- Groß ist unser Gott 33 – Leben aus der Quelle, Leben nur aus dir
- Feiert Jesus! Gold 15 – Allein deine Gnade genügt
- Glorify 45 – Nur durch Christus in mir