Ziel der Einheit
Die Teilnehmenden lernen Hannah als Frau kennen, die ihre Not im Gebet vor Gott ausschüttet, und fragen, wie ehrliches Beten ihr eigenes Vertrauen vertiefen kann.
Vorbereitung für Leiter:innen
Hannahs Geschichte steht in 1. Samuel 1–2. Sie lebt mit der schmerzlichen Erfahrung ungewollter Kinderlosigkeit und dem Spott der Nebenfrau Peninna. Ihr Mann Elkana versucht zu trösten, kann ihre Not aber nicht wirklich verstehen. Im Heiligtum schüttet Hannah ihr Herz vor Gott aus – so ehrlich, dass der Priester Eli sie zunächst für betrunken hält. Gott erhört ihr Gebet, Samuel wird geboren, und Hannah stimmt ein großes Lob- und Danklied an (1. Sam 2,1–10). Für die Vorbereitung lies 1. Samuel 1,1–20 und 2,1–2. Überlege, wie du sensibel mit Themen wie unerfülltem Kinderwunsch oder lebenslangen Gebetsanliegen umgehst. Wichtig: Die Geschichte ist keine Garantie, dass jedes Gebet genauso erhört wird. Der Fokus liegt auf Hannahs Weg: Sie bleibt mit ihrer Not nicht allein, sondern bringt sie vor Gott – und findet dabei neuen Halt.
Homiletische Kurzbeschreibung
Diese Einheit zeigt Beten nicht als fromme Pflichtübung, sondern als ehrlichen Herzensausschüttung. Hannah lädt dazu ein, Gott auch die Tränen und Enttäuschungen hinzuhalten. Vertrauen wächst nicht dadurch, dass alle Wünsche erfüllt werden, sondern dadurch, dass wir mit allem vor Gott bleiben. Der Abend soll Mut machen zu ehrlichem Gebet und einem Gottvertrauen, das auch Spannungen aushält.
Einstieg
- Gibt es Gebetsanliegen, die dich schon sehr lange begleiten?
- Fällt es dir leicht oder schwer, im Gebet wirklich ehrlich zu sein – auch mit Ärger und Fragen?
- Welche Erfahrungen hast du mit erhörten und unerhörten Gebeten gemacht?
Bibeltext
1. Samuel 1,9–20 und 1. Samuel 2,1–2.
Kurzimpuls
Hannah bringt ihre Not ohne fromme Fassade vor Gott. Sie weint, sie klagt, sie ringt – und bleibt doch im Gespräch mit ihm. Ihre Geschichte zeigt: Echtes Gebet darf roh und unaufgeräumt sein. Gott weist sie nicht ab, sondern nimmt sie ernst. Die Geburt Samuels ist Zeichen seiner Treue, aber auch Hannahs Lobpreis macht deutlich: Ihr Blick geht über die Erfüllung ihres Wunsches hinaus – hin zu Gottes Größe und Gerechtigkeit.
Impulsandacht
Vielleicht kennst du die Versuchung, deine Gebete aufzuräumen, bevor du sie aussprichst – damit sie „fromm genug“ klingen. Hannah macht es anders. Sie schüttet ihr Herz aus, ohne zu wissen, wie Gott antworten wird. Ihr Gebet ist kein Vertrag, sondern ein Vertrauensakt: Sie bringt, was sie nicht kontrollieren kann, vor den, der größer ist. Vertrauen heißt nicht, dass Gott alles so erfüllt, wie wir es uns wünschen. Aber es heißt, dass wir mit unserer Not nicht mehr allein sind. Hannah erlebt eine konkrete Erhörung – und richtet ihren Lobgesang zugleich auf Gottes Wesen, nicht nur auf das Geschenk. Vielleicht ist dein Schritt heute, ein Gebet einmal ungefiltert zu beten: mit Klage, Dank, Fragen. Gott hält das aus – und er nimmt dich ernst.
Gesprächsfragen
Wahrnehmen:
- Welche Emotionen begegnen euch bei Hannah in 1. Samuel 1?
- Wie verändert sich ihre Haltung im Lauf der Geschichte?
Verstehen:
- Was sagt Hannahs Gebet in 1. Samuel 2,1–2 über ihr Gottesbild aus?
- Wie würdet ihr den Unterschied zwischen „frommem Pflichtgebet“ und ehrlichem Beten beschreiben?
Übertragen:
- Welche Bereiche deines Lebens bringst du eher ungern im Gebet vor Gott – und warum?
- Was könnte ein erster Schritt zu mehr Ehrlichkeit im Gebet für dich sein?
Neutestamentlicher Spiegel
Philipper 4,6–7; Römer 8,26–27.
Paulus ermutigt, alle Anliegen mit Dank vor Gott zu bringen. Der Heilige Geist hilft, wo uns die Worte fehlen, und tritt für uns ein.
Alttestamentlicher Hintergrund
Samuel wird später als Prophet und Richter eine Schlüsselrolle beim Übergang von der Richterzeit zur Königszeit spielen. Hannahs persönliches Erleben ist so zugleich Teil von Gottes größerer Geschichte mit seinem Volk.
Gebetszeit
Einladung zu einer Zeit der Stille, in der jede und jeder Gott innerlich ein Thema hinlegt, das schwer auf der Seele liegt. Danach Möglichkeit für kurze freie Gebete oder ein gemeinsam gesprochenes Gebet.
Wochenimpuls
Nimm dir an zwei oder drei Tagen der kommenden Woche 10 Minuten, um Gott ungefiltert zu sagen, was dich beschäftigt – ohne schönzuformulieren. Schreibe dir danach auf, was sich innerlich verändert hat.
Liedvorschläge
- Herr, ich komme zu dir – Feiert Jesus! Best of Nr. 1
- Komm, erfülle mich – Feiert Jesus! Best of Nr. 6
- Vater, deine Liebe ist so unbegreiflich groß – Groß ist unser Gott Nr. 25
- Holy Spirit – Feiert Jesus! Best of Nr. 7