Ziel der Einheit
Die Teilnehmenden entdecken, was es konkret heißt, Gott im Alltag zu vertrauen und eigene Pläne und Wege bewusst ihm zu unterstellen.
Vorbereitung für Leiter:innen
Einer der bekanntesten Weisheitstexte der Bibel steht in Sprüche 3, besonders in Vers 5–6. Der Abschnitt 3,1–12 entfaltet, wie Vertrauen auf Gott im Alltag aussieht: Gottes Gebote im Herzen bewahren, Barmherzigkeit und Treue („ḥesed“ und „ʾemet“) nicht loslassen, sich nicht auf den eigenen Verstand verlassen, sondern Gott „auf allen Wegen erkennen“. Das hebräische Wort für „vertrauen“ (bāṭaḥ) meint sich fest anlehnen, sich verlassen. „Erkennen“ (jādaʿ) bedeutet mehr als Kopfwissen – eine Beziehung, die das ganze Leben prägt. Wichtig ist, deutlich zu sagen: Die Bibel ist nicht gegen Nachdenken und Planen; aber sie warnt davor, den eigenen Verstand zur letzten Instanz zu machen. Für die Vorbereitung ist hilfreich, wenn du einen Bereich deines Lebens benennen kannst, in dem dir Vertrauen schwerfällt (Finanzen, Gesundheit, Gemeinde, Zukunftsplanung). Teile – soweit passend – etwas davon als persönliches Beispiel. Achte darauf, dass der Abend nicht in frommen Floskeln („Du musst nur mehr vertrauen“) hängen bleibt, sondern Raum gibt für ehrliche Fragen und kleine, konkrete Schritte.
Homiletische Kurzbeschreibung
Dieser Abend übersetzt das Thema Weisheit ganz bewusst in den Alltag: Gottes Wege betreffen Entscheidungen, Beziehungen und Sorgen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wem vertraue ich wirklich? Die Zusage, dass Gott unsere Pfade „gerade macht“, ist kein Versprechen auf ein problemloses Leben, aber eine Einladung, auch mit allen Fragezeichen auf Gottes Führung zu bauen. Die Einheit will Mut machen, Vertrauen sehr konkret zu üben.
Einstieg
• Was war in letzter Zeit eine Entscheidung, bei der du hin- und hergerissen warst?
• Bist du eher der Planer-Typ oder der „Schau’n wir mal“-Typ – und warum?
• Wann hast du zuletzt bewusst gedacht: „Hier muss ich Gott vertrauen, weil ich es nicht im Griff habe“?
Bibeltext
Sprüche 3,1–8 (optional 3,9–12) lesen.
Kurzimpuls
Vertrauen klingt schön – bis es konkret wird. Sprüche 3 erinnert daran, dass Gott uns nicht nur sonntags führen will, sondern „auf allen deinen Wegen“. Vertrauen heißt hier nicht, den Verstand auszuschalten, sondern ihn Gott unterzuordnen. Wer sich nicht nur auf eigene Kalkulationen verlässt, sondern Gott in seine Pläne einbezieht, erlebt: Er ebnet Wege, manchmal anders als gedacht. Der Text lädt ein, einen Lebensbereich neu loszulassen und Gott zuzutrauen, dass er trägt.
Gesprächsfragen
Wahrnehmen:
- Welche Bilder und Verheißungen fallen euch in Sprüche 3,1–8 auf?
- Welche Zusammenhänge zwischen Vertrauen und „gesundem Leib“ oder „geglätteten Pfaden“ werden genannt?
Verstehen:
- Was bedeutet es praktisch, sich „nicht auf den eigenen Verstand zu verlassen“?
- Wie versteht ihr die Zusage, dass Gott die Pfade „gerade“ macht – was ist damit gemeint, was eher nicht?
Übertragen:
- In welchem Bereich fällt es dir besonders schwer, Gott zu vertrauen?
- Welchen kleinen, konkreten Schritt könntest du in dieser Woche gehen, um Gott bewusst in deine Entscheidungen einzubeziehen?
Neutestamentlicher Spiegel
Matthäus 6,25–34 (Sorgenrede Jesu); Philipper 4,6–7.
Jesus lädt ein, zuerst nach Gottes Reich zu trachten und die Sorgen loszulassen. Paulus verbindet Gebet, Dank und Gottes Frieden, der „unser Denken bewahrt“.
Alttestamentlicher Hintergrund
Vertrauenspsalmen wie Psalm 37,3–7 und Psalm 55,23 machen deutlich, dass „deinen Weg dem HERRN anbefehlen“ ein durchgehendes Motiv der Bibel ist.
Gebetszeit
Dank für konkrete Erfahrungen mit Gottes Führung. Klage und Bitte dort, wo Vertrauen schwerfällt. Gebet füreinander in konkreten Situationen.
Wochenimpuls
Schreibe Sprüche 3,5–6 auf und lege den Vers an einen Ort, den du täglich siehst. Notiere dir kurz eine Situation, in der du in dieser Woche bewusst sagen willst: „Hier will ich dir vertrauen, Gott.“
Liedvorschläge
- Wo ich auch stehe – Feiert Jesus! Best of Nr. 32
- Anker in der Zeit – Feiert Jesus! Gold Nr. 70
- All my ways – Glorify Nr. 42
- Du bist meine Zuflucht und Stärke – Groß ist unser Gott Nr. 7