Ziel der Einheit

Die Teilnehmenden hören Gottes Trost in Situationen von Erschöpfung, Schuld und Zukunftsangst. Sie entdecken, dass Gottes Kommen nicht nur damals, sondern auch heute Hoffnung in Wüstenzeiten bringt.

Vorbereitung für Leiter:innen
  • Lies Jesaja 39–40. Das Volk steht vor oder in der Erfahrung des Exils. Gottes Trostwort kommt nicht in eine heile Welt, sondern in eine Geschichte von Schuld und Zerbruch.
  • Achte auf die Bilder in Jes 40,1–11: Wüste, Wegbereitung, Hirt, Lamm. Unterstreiche Verben, die Gottes Handeln beschreiben (trösten, reden, sammeln …).
  • Überlege als Leitung: Wo erlebst du selbst „Wüste“ – persönlich, in Gemeinde, Gesellschaft? Wo hast du Gottes Trost schon einmal überraschend erfahren?
  • Bete darum, dass dieser Abend kein „billiger Trost“ wird, sondern ehrliche Klage und echte Hoffnung zusammenbringen darf.
Homiletische Kurzbeschreibung

Jesaja 40 beginnt mit einem doppelten Trostwort Gottes: „Tröstet, tröstet mein Volk.“ Inmitten von Gerichtserfahrung kündigt Gott neues Kommen an. Die Wüste wird zum Weg Gottes, Täler werden erhöht, Berge erniedrigt. Am Ende steht das Bild des Hirten, der die Lämmer an seinem Herzen trägt. Gottes Trost ist konkret und zärtlich.

Einstieg

  • Wenn du das Wort „Trost“ hörst – welche Erfahrungen oder Bilder kommen dir in den Sinn?
  • Hast du einen Vers oder ein Lied, das für dich in schweren Zeiten zu einem Hoffnungsanker geworden ist?
  • Wo erlebst du in unserer Welt gerade besonders „Wüste“ oder „Dunkelheit“?

Bibeltext

Textstelle: Jesaja 40,1–11 lesen.

Kurzimpuls

Gottes Trost bedeutet: Er kommt selbst in unsere Wüste und trägt uns weiter.

Impuls-Andacht

Das Volk hat Schuld auf sich geladen und erlebt die Folgen. In diese Situation hinein beginnt Gott mit einem erstaunlichen Wort: „Tröstet, tröstet mein Volk.“ Kein billiger Zuspruch, sondern eine neue Zuwendung Gottes. Seine Ehre besteht nicht darin, Distanz zu halten, sondern sich neu zuzuwenden.

Die Bilder sind kraftvoll: In der Wüste wird ein Weg bereitet – nicht für das Volk zu Gott, sondern für Gott zu seinem Volk. Täler werden erhöht, Berge erniedrigt – Hindernisse weichen. Und am Ende: Gott als Hirt, der die Lämmer an seinen Armen sammelt und die Mutterschafe sorgsam führt.

Vielleicht kennst du Wüstenzeiten – Momente, in denen du Trost eher als leere Floskel erlebst. Jesaja 40 erinnert: Gottes Trost ist keine Vertröstung, sondern sein Kommen. Im Neuen Testament bekommt dieser Trost ein Gesicht: in Jesus, der in unsere Welt, unsere Schuld und unsere Ängste hinein geboren wird.

Gesprächsfragen

Wahrnehmen:
  • Welche Trostworte oder Bilder aus Jes 40,1–11 sprechen dich besonders an?
  • Wo spürst du im Text Spannung zwischen Gerichtserfahrung und neuer Hoffnung?
Verstehen:
  • Was bedeutet es, dass der Weg in der Wüste „dem HERRN“ bereitet wird – und nicht zuerst dem Volk?
  • Wie passt das Bild des mächtigen Gottes (Verse 3–5) zu dem zärtlichen Hirtenbild (Vers 11)?
Übertragen:
  • Wo brauchst du oder jemand in deinem Umfeld gerade Gottes Trost?
  • Welche konkrete „Wüsten-Situation“ könntest du in dieser Woche bewusst vor Gott bringen – vielleicht mit einem dieser Verse?

Neutestamentlicher Spiegel

Markus 1,1–3: Johannes der Täufer wird als „Stimme in der Wüste“ beschrieben, die Jesaja 40 aufgreift. Der Weg, der bereitet wird, führt zu Jesus. Gottes Trost wird in ihm Mensch.

Alttestamentlicher Hintergrund

Jesaja 40 markiert einen Wendepunkt im Jesajabuch. Nach vielen Gerichtsworten beginnt ein neuer Abschnitt mit der Zusage von Trost und Heimkehr. Das Volk lebt (oder steht kurz davor) in der Erfahrung von Exil und Entfremdung – genau dort hinein spricht Gott neues Leben.

Gebetszeit

  • Dank für Situationen, in denen Gott spürbar getröstet hat.
  • Bitte für Menschen und Orte, an denen Trost besonders nötig ist (Kranke, Trauernde, Erschöpfte …).
  • Für offene Augen, wo wir selbst zu Boten dieses Trostes werden können.

Wochenimpuls

Suche dir einen Vers aus Jesaja 40, der dich tröstet, und schreibe ihn jemandem, der Ermutigung braucht – per Nachricht, Karte oder im persönlichen Gespräch.

Liedvorschläge

  • Groß ist unser Gott 23 – „Anker in der Zeit (Es gibt bedingungslose Liebe)“
  • Groß ist unser Gott 57 – „Von guten Mächten wunderbar geborgen“
  • Feiert Jesus! Best of 20 – „Wie tief muss Gottes Liebe sein“
  • Feiert Jesus! Gold 15 – „Allein deine Gnade genügt“