Ziel der Einheit

Die Teilnehmenden sehen, dass das Böse eine reale Macht ist – persönlich und strukturell – und dass Jesus stärker ist. Sie lernen, ihre Ängste und Erfahrungen mit Dunkelheit vor Gott zu bringen und seine Befreiung zu erbitten.

Vorbereitung für Leiter:innen

Lies Matthäus 6,13b; Römer 8,31–39 und Epheser 6,10–18. Überlege, wie du vom Bösen sprechen kannst, ohne Angst zu schüren, aber ohne zu verharmlosen. Bete darum, dass die Gruppe behutsam und zugleich ehrlich über Erfahrungen mit Dunkelheit sprechen kann.

Homiletische Kurzbeschreibung

Das Vaterunser endet nicht im Dunkel, sondern mit der Bitte um Befreiung. Das Böse ist real, aber nicht das Letzte. In Christus hat Gott dem Bösen die endgültige Macht genommen.

Einstieg

  • Wenn du an „Böses“ denkst – woran denkst du zuerst: an Strukturen, an Menschen, an eigene Abgründe?
  • Welche Erfahrungen mit Angst oder Dunkelheit kennst du aus deinem Leben?
  • Was hilft dir, in schwierigen Zeiten innerlich nicht zu resignieren?

Bibeltext

  • Matthäus 6,13b; Römer 8,38–39 lesen.

Kurzimpuls

Wir sind dem Bösen nicht ausgeliefert. Wir dürfen um Befreiung bitten und darauf vertrauen, dass Christus stärker ist als jede dunkle Macht.

Impuls-Andacht

Das Vaterunser endet realistisch: Es verschweigt das Böse nicht. Es gibt Schuld, Unrecht, zerstörerische Kräfte – in der Welt und in uns selbst. Gleichzeitig führt uns Jesus nicht in Angst, sondern ins Vertrauen. „Erlöse uns von dem Bösen“ heißt: Gott, lass uns nicht im Dunkel, zieh uns heraus. Am Kreuz hat Jesus die Macht der Finsternis entlarvt und besiegt. Das bedeutet nicht, dass es keine Anfechtung mehr gibt, aber sie hat nicht das letzte Wort. Wenn wir diese Bitte beten, bringen wir unsere Ängste, unsere Verletzungen und unsere Ohnmacht zu Gott und halten uns an seiner Zusage fest: Nichts kann uns trennen von seiner Liebe in Christus Jesus.

Gesprächsfragen

Wahrnehmen:
  • Wo erlebst du „Böses“ in dieser Welt – in Nachrichten, Strukturen, persönlichen Erfahrungen?
  • Welche Formen von innerem Dunkel kennst du (Angst, Hoffnungslosigkeit, Bitterkeit)?
Verstehen:
  • Was hilft dir, das Böse ernst zu nehmen, ohne ihm zu viel Raum in deinen Gedanken zu geben?
  • Wie stärkt dich Römer 8 im Blick auf diese Bitte des Vaterunsers?
Übertragen:
  • In welchem Bereich deines Lebens möchtest du heute ganz bewusst um Gottes Befreiung bitten?
  • Wie könnt ihr als Gruppe Menschen unterstützen, die gerade in schweren, dunklen Zeiten leben?

Neutestamentlicher Spiegel

Kolosser 2,15: Christus hat die Mächte und Gewalten entwaffnet und öffentlich zur Schau gestellt.

Alttestamentlicher Hintergrund

Psalm 23: Gottes Begleitung „im finstern Tal“ – er ist bei uns, sein Stecken und Stab trösten uns.

Gebetszeit

Betet besonders für Menschen, die in schweren Situationen stecken (Krankheit, Depression, Konflikte, Kriegserfahrungen). Bittet um Schutz und Befreiung. Wer möchte, kann sich in der Mitte aufstellen und sich segnen lassen.

Wochenimpuls

Suche dir in dieser Woche täglich einen Vers aus Römer 8 oder Psalm 23, den du morgens oder abends betest. Halte dich bewusst an Gottes Zusage fest, dass nichts dich von seiner Liebe trennen kann.

Liedvorschläge

  • Von guten Mächten – Groß ist unser Gott Nr. 157
  • Wie tief muss Gottes Liebe sein – Glorify Nr. 202
  • Anker in der Zeit – Feiert Jesus! Best of Nr. 402
  • Wir lieben deinen Namen – Feiert Jesus! Gold Nr. 291