Ziel der Einheit
Die Teilnehmenden setzen sich ehrlich mit Versuchungen in ihrem Alltag auseinander. Sie verstehen, dass Gott nicht verführt, aber in Prüfungen bewahrt und stärkt. Sie entdecken praktische Hilfen, Versuchungen zu erkennen und Standfestigkeit einzuüben.
Vorbereitung für Leiter:innen
Lies Matthäus 6,13a; Jakobus 1,12–15 und 1. Korinther 10,13. Überlege, welche typischen Versuchungsfelder es heute gibt (Leistung, Macht, Sexualität, Konsum, Anerkennung). Bitte Gott um Weisheit, dieses sensible Thema ohne Moralisierung, aber mit Klarheit zu leiten.
Homiletische Kurzbeschreibung
Versuchung ist Teil unserer Realität. Gott stellt uns nicht Fallen, aber er lässt Situationen zu, in denen unser Vertrauen sich bewähren kann. Wir dürfen ihn um Bewahrung, Klarheit und innere Stärke bitten.
Einstieg
- Wenn du das Wort „Versuchung“ hörst – woran denkst du zuerst (ehrlich und gern auch humorvoll)?
- Welche „kleinen“ Versuchungen begegnen dir im Alltag besonders häufig?
- Was hat dir in deinem Leben schon geholfen, in schwierigen Situationen standhaft zu bleiben?
Bibeltext
- Matthäus 6,13a; Jakobus 1,13–15 und 1. Korinther 10,13 lesen.
Kurzimpuls
Wir bitten nicht darum, dass unser Leben problemfrei wird, sondern darum, dass wir in Versuchungen nicht fallen, sondern bewahrt und gestärkt werden.
Impuls-Andacht
Diese Bitte ist für manche stolperig: Führt Gott uns in Versuchung? Die Bibel sagt klar: Gott verführt niemanden zum Bösen. Versuchungen entstehen durch unsere eigenen Begierden, durch Druck von außen, durch den Widersacher Gottes. Wenn wir beten „Führe uns nicht in Versuchung“, dann bitten wir darum, dass Gott uns nicht in Situationen geraten lässt, in denen wir überfordert sind und fallen würden – und dass er uns rechtzeitig die Augen öffnet. Gott verspricht: In jeder Versuchung schafft er einen Ausweg. Die Bitte ist ein Zeichen von Demut: Wir überschätzen uns nicht, sondern wissen um unsere Verwundbarkeit und stützen uns auf Gottes Kraft.
Gesprächsfragen
Wahrnehmen:
- Welche Formen von Versuchung erlebst du in deinem Alltag (ohne Details preiszugeben, die zu privat sind)?
- Wo merkst du, dass du besonders anfällig bist?
Verstehen:
- Wie helfen dir die Bibeltexte, Gottes Rolle in Versuchungen richtig einzuordnen?
- Was bedeutet es, dass Gott „einen Ausweg schafft“?
Übertragen:
- Welche konkreten „Auswege“ könntest du dir im Voraus überlegen, wenn du in Versuchungen kommst?
- Gibt es eine Person, mit der du über solche Themen vertrauensvoll sprechen könntest?
Neutestamentlicher Spiegel
Hebräer 4,15–16: Jesus wurde versucht wie wir, doch ohne Sünde – darum dürfen wir freimütig zu ihm kommen.
Alttestamentlicher Hintergrund
Hiob 1–2 (in Auswahl): Anfechtung und Versuchung als Bewährungsfeld des Glaubens – Gott bleibt dennoch treu.
Gebetszeit
Betet in kleinen Gruppen oder zu zweit füreinander. Nennt vor Gott Bereiche, in denen ihr Bewahrung braucht. Bittet um Klarheit, innere Stärke und geistliche Wachsamkeit.
Wochenimpuls
Überlege für ein konkretes Versuchungsfeld deines Lebens einen „Notfallplan“: Was kannst du konkret tun, wenn du merkst, dass du in Gefahr bist (z. B. jemanden anrufen, weggehen, beten, etwas anderes tun)? Schreibe es auf.
Liedvorschläge
- Wenn Gott für uns ist – Glorify Nr. 167
- Fürchte dich nicht – Glorify Nr. 286
- Ich trau auf dich – Groß ist unser Gott Nr. 132
- Du bist mein Zufluchtsort – Feiert Jesus! Best of Nr. 365