Ziel der Einheit
Die Teilnehmenden entdecken: Großzügigkeit ist keine Frage des Geldbeutels, sondern der Gnade. Sie verstehen, dass Geben ein Ausdruck von Gottes großzügigem Handeln in Christus ist und werden ermutigt, ihre eigenen Ressourcen (Zeit, Geld, Begabungen) im Licht dieser Gnade zu sehen.
Vorbereitung für Leiter:innen
Kapitel 8–9 stehen im Kontext der Kollekte für die notleidende Gemeinde in Jerusalem (vgl. 1. Kor 16). Paulus erzählt zuerst von den Gemeinden in Mazedonien: äußerlich arm, innerlich überreich an Freude (8,2). Sie geben „über Vermögen“ – nicht aus Druck, sondern aus Gnade. Das Wort „Gnade“ (charis) kommt in 8,1–9 auffallend oft vor: Gottes Gnade an den Gemeinden, die Gnade des Gebens, die Gnade Jesu selbst.
Vers 9 ist Schlüsselvers: Christus, der reich war, wurde um unseretwillen arm, damit wir durch seine Armut reich würden. Paulus begründet Großzügigkeit christologisch, nicht moralisch. In 8,13–15 betont er: Es geht nicht um Gleichmacherei, sondern um einen Ausgleich, damit niemand Mangel hat. Das Zitat aus 2. Mose 16 (Manna-Erzählung) zeigt: Gott sorgt, aber er bindet uns in diese Sorge mit ein.
Seelsorgerlich ist das Thema sensibel. Geld berührt Vertrauen, Sicherheit, alte Erfahrungen. Hilf der Gruppe, nicht zuerst über Summen, sondern über Haltung zu sprechen. Warnung: Bitte nicht in frommen Druck oder subtile Beschämung abrutschen. Es geht um das Staunen über Christi Großzügigkeit – und um Schritte der Antwort.
Homiletische Kurzbeschreibung
Gnade macht großzügig: Wer entdeckt, wie reich er in Christus beschenkt ist, kann teilen, ohne sich zu verlieren. Geben wird so zum sichtbaren Ausdruck des Evangeliums – nicht aus Zwang, sondern aus Liebe.
Einstieg
Einstiegsfragen:
- Woran merkst du bei dir selbst: Jetzt bin ich großzügig – und wann zieht sich innerlich alles zusammen?
- Was ist deine Vorstellung von Großzügigkeit?
- Welche Erfahrungen hast du mit Geldthemen in der Gemeinde gemacht – eher befreiend oder eher belastend?
- Wenn du an eine Zeit zurückdenkst, in der du in einer Gruppe von Menschen warst, die solidarisch zusammengearbeitet haben, wie hat sich das angefühlt?
Bibeltext
Lest 2. Korinther 8,1–9 und anschließend 8,13–15. Markiert in 8,1–9 alle Wörter, die mit „Gnade“ und „Geben“ zu tun haben. Markiert in 8,9, was Christus getan hat. Lest dann 8,13–15 und achtet auf die Worte „Ausgleich“ und das Manna-Zitat.
Kurzimpuls
Paulus sammelt keine Spende über Druck und schlechtes Gewissen, sondern über das Evangelium: Christus wurde arm – das ist die Quelle aller Großzügigkeit. Gnade will Kreislauf werden: Was wir empfangen, darf weiterfließen. Geben ist deshalb eine Gnadenpraxis, kein frommer Leistungstest.
Impuls-Andacht
Vielleicht kennst du Sätze wie: „In der Kirche geht es immer ums Geld.“ Paulus spricht anders. Er erzählt zunächst von Gottes Gnade in Mazedonien: Menschen, die selber wenig haben, werden erstaunlich großzügig. Ihr Geheimnis ist nicht ein großer Kontostand, sondern ein großes Vertrauen. Sie haben begriffen, was Vers 9 sagt: Der reiche Christus wurde arm, damit wir reich werden. Reich an Vergebung, an Zugehörigkeit, an Hoffnung.
Wenn diese Gnade bei uns landet, verändert sie unseren Umgang mit Ressourcen. Wir beginnen zu fragen: Wo kann durch mein Teilen Gottes Liebe sichtbar werden? Geben bleibt freiwillig – aber es wird schwer, unbeteiligt zu bleiben, wenn wir sehen, wie großzügig Gott ist.
Gesprächsfragen
Wahrnehmen:
- Welche Worte und Bilder beschreiben die mazedonischen Gemeinden in 8,1–5?
- Was lehrt uns dieser Text über den Zusammenhang zwischen Geben und Freude?
- Was erfährst du in Vers 9 über Jesus – wie wird sein Weg beschrieben?
Verstehen:
- Was unterscheidet nach diesem Text „Gaben aus Gnade“ von Spenden aus schlechtem Gewissen?
- Wie hilft das Manna-Beispiel (8,15), Gottes Blick auf Ausgleich und Versorgung zu verstehen?
- Wie beschreibt Paulus die Makedonier in Bezug auf ihre Großzügigkeit und was bedeutet das für unser Verständnis von Geberfreudigkeit?
Übertragen:
- Wo erlebst du bei dir selbst eher Festhalten – und wo erlebst du die Freude am Teilen?
- Gibt es einen Bereich (Zeit, Geld, Begabung), in dem du einen kleinen Schritt der Großzügigkeit gehen möchtest?
- Welche Schritte könntest du unternehmen, um großzügiges Geben in deinem eigenen Leben zu praktizieren?
Neutestamentlicher Spiegel
Apostelgeschichte 2,44–45: Die erste Gemeinde teilt, was sie hat, damit niemand Mangel leidet. Großzügigkeit ist von Anfang an Frucht des Evangeliums.
Alttestamentlicher Hintergrund
2. Mose 16,16–18 (Manna): Gott versorgt sein Volk in der Wüste. Wer viel sammelt, hat nicht zu viel, wer wenig sammelt, nicht zu wenig. Paulus liest dieses Versorgungswunder als Bild für solidarische Gemeinschaft.
Gebetszeit
Danket Gott für seine Gnade und Versorgung in eurem Leben. Bringt vor Gott, was euch bei Geld- und Versorgungsthemen Sorge macht. Betet für Menschen und Projekte, die gerade Unterstützung brauchen – in eurer Gemeinde oder darüber hinaus.
Wochenimpuls
Nimm dir in dieser Woche vor, einmal ganz bewusst großzügig zu sein – mit Zeit, Geld oder Aufmerksamkeit. Bitte Gott, dir eine Person oder Situation zu zeigen, in der du seine Großzügigkeit widerspiegeln kannst.
Liedvorschläge
- Feiert Jesus! Best of 26 – In Christus ist mein ganzer Halt
- Feiert Jesus! Gold 33 – Leben aus der Quelle, Leben nur aus dir
- Groß ist unser Gott 9 – Ein Leben, gegeben
- Glorify 4 – Allein zu deiner Ehre