Ziel der Einheit
Die Teilnehmenden entdecken den Kern des Evangeliums als Versöhnung: Gott versöhnt die Welt mit sich in Christus und macht uns zu Botschafter:innen dieser Versöhnung. Sie werden eingeladen, ihre Identität als „neue Schöpfung“ und als Gesandte Christi praktisch zu leben.
Vorbereitung für Leiter:innen
In 5,11–21 fasst Paulus seine Sicht auf den Dienst zusammen. Die „Furcht des Herrn“ und die Liebe Christi treiben ihn (5,11.14). Er sieht Menschen „nicht mehr nach dem Fleisch“ (5,16), sondern im Licht von Christus. Zentral: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung“ (5,17). Das ist nicht frommer Selbstoptimismus, sondern schöpfungsmächtiges Handeln Gottes.
Die Verse 18–21 entfalten die Versöhnung: Gott versöhnt durch Christus, rechnet die Sünden nicht zu, legt das Wort von der Versöhnung in unsere Hände. Wir sind Gesandte (presbeuomen) an Christi statt – Gott selbst ermahnt durch uns. Vers 21 bringt das Evangelium dicht auf den Punkt: Christus wird zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit werden.
Seelsorgerlich gilt es, beides zu halten: die Tiefe der Versöhnung (Schuld wird nicht verharmlost) und die Weite der neuen Identität. Hilf der Gruppe, sowohl persönliche Versöhnung mit Gott als auch konkrete, manchmal mühsame Versöhnungswege mit Menschen zu bedenken.
Homiletische Kurzbeschreibung
Gott hat in Christus sein großes Versöhnungswerk begonnen – und vollendet. Wer in Christus ist, ist eine neue Schöpfung. Diese neue Identität bleibt nicht privat: Wir werden zu Botschafter:innen der Versöhnung in einer zerstrittenen Welt.
Einstieg
Einstiegsfragen:
- Das Wort „Versöhnung“ – welche Bilder und Erfahrungen löst es bei dir aus?
- Gibt es eine Situation, in der du schon einmal erlebt hast, wie Versöhnung nach langer Spannung möglich wurde?
- Gab es eine Situation, in der du dich so gefühlt hast, dass du einem anderen Menschen die gute Nachricht erzählen musstest? Was ist passiert?
Bibeltext
Lest 2. Korinther 5,11–21. Markiert in Vers 14–17, was sich verändert, wenn jemand „in Christus“ ist. Markiert in Vers 18–21 alle Formen des Wortes „Versöhnung“. Lest Vers 17 und 21 am Ende noch einmal laut.
Kurzimpuls
Paulus zeigt: Evangelium heißt nicht nur „Sünden vergeben“, sondern „neue Schöpfung“. Gott selbst hat die Initiative ergriffen und Versöhnung geschaffen. Wir leben aus diesem Geschenk – und sind gleichzeitig gesandt, diese Versöhnung zu bezeugen und zu leben.
Impuls-Andacht
Viele Menschen kennen das Christsein vor allem als Katalog von „Darfst du“ und „Darfst du nicht“. Paulus spricht anders. Für ihn ist das Zentrum: In Christus bist du eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden. Nicht, weil du dich so angestrengt hast, sondern weil Gott in Christus gehandelt hat. Er hat die Mauer aus Schuld eingerissen und sagt: „Ich will Frieden mit dir.“
Aus diesem Frieden entsteht ein Auftrag: Wir sind Botschafter:innen der Versöhnung. Wo wir Beziehungen klären, um Vergebung bitten, auf Menschen zugehen, wird etwas von Gottes Herz sichtbar. Vielleicht ist diese Einheit eine Einladung, zuerst Gottes Zusage zu hören: „Ich habe mich mit dir versöhnt“ – und dann zu fragen: „Herr, wo willst du durch mich einen kleinen Schritt der Versöhnung gehen?“
Gesprächsfragen
Wahrnehmen:
- Welche Motive für Paulus’ Dienst werden in Vers 11–15 genannt (Furcht des Herrn, Liebe Christi …)?
- Welche Aussagen über „neu“ und „Versöhnung“ findest du in Vers 17–21?
- Was sagt dieser Text über die Hoffnung aus, die wir durch den Glauben in Christus haben?
Verstehen:
- Was bedeutet es, Menschen „nicht mehr nach dem Fleisch“ zu kennen (5,16)?
- Wie würdest du in eigenen Worten erklären, was in Vers 21 beschrieben wird?
Übertragen:
- Wo fällt es dir schwer, dich selbst als „neue Schöpfung“ zu sehen – vielleicht wegen alter Geschichten oder Muster?
- Wie können wir die Verantwortung eines Botschafters Christi in unserer Gemeinschaft besser wahrnehmen?
- Gibt es eine konkrete Person oder Situation, in der ein Schritt der Versöhnung dran sein könnte? Wie könnte dieser Schritt aussehen?
- In welchen Bereichen deines Lebens könntest du mehr für die Versöhnung arbeiten, sowohl mit dir selbst als auch mit anderen?
Neutestamentlicher Spiegel
Kolosser 1,19–20: Gott hat durch Christus Frieden gemacht „durch das Blut seines Kreuzes“ und alles mit sich versöhnt. Versöhnung ist ein kosmisches, aber auch ganz persönliches Geschehen.
Alttestamentlicher Hintergrund
Jesaja 53,4–6: Der Gottesknecht trägt unsere Schuld. Diese Linie findet ihren Höhepunkt in 2. Korinther 5,21, wo Christus „zur Sünde gemacht“ wird, damit wir Gottes Gerechtigkeit werden.
Gebetszeit
Dank für Gottes Versöhnungswerk in Christus. Möglichkeit zu stiller Beichte und persönlichem Empfang von Vergebung. Gebet für zerbrochene Beziehungen – in Familien, Gemeinden, im eigenen Umfeld.
Wochenimpuls
Formuliere in einem eigenen Satz das Evangelium von der Versöhnung (z.B. für eine Nachricht oder ein Gespräch). Bitte Gott um eine Gelegenheit, diesen Gedanken in der kommenden Woche jemandem weiterzugeben.
Liedvorschläge
- Feiert Jesus! Best of 12 – Heiland der Welt
- Feiert Jesus! Best of 19 – Du allein rettest mich
- Groß ist unser Gott 26 – In Christus ist mein ganzer Halt
- Glorify 11 – Er ist der Erlöser